Kaufbeuren / Ostallgäu
Weniger Schüler, kleinere Klassen

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«Gewöhnliche Schüler haben außergewöhnliche Fähigkeiten.» Diese Feststellung von Andreas Schleicher von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat sich das Schulamt für den Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren zu Herzen genommen und will im neuen Schuljahr, das am kommenden Dienstag beginnt, die Kinder an den Grund- und Hauptschulen individuell fördern. Entgegen kommt dem hehren Ziel, dass es heuer im Vergleich zum Vorjahr weniger Schüler geben wird. Und das bedeutet laut Schulamtsdirektorin Eva Severa-Saile, dass die Klassen kleiner werden.

In der Stadt Kaufbeuren erleben am Dienstag 340 Mädchen und Buben ihren ersten Schultag. An den insgesamt sieben Grundschulen werden 1578 Kinder in 69 Klassen unterrichtet. In den ersten Klassen dürfen laut Kultusministerium maximal 29 Sprösslinge sitzen, in den anderen Jahrgangsstufen 30. Diese Höchstgrenzen werden laut Severa-Saile in Kaufbeuren nicht erreicht. Im Kaufbeurer Umland reichen die Kinder zum Teil für reine erste Klassen nicht mehr aus. Deshalb gibt es in Irsee eine sogenannte Kombiklasse, in der Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden. Zusätzlich zu jeweils einer ersten und zweiten Klasse wird diese Unterrichtsform auch in Germaringen und Mauerstetten angeboten. Severa-Saile erläutert, dass diese Modelle inzwischen sehr gut angenommen werden. Die einstige Kritik daran sei verstummt.

Neben der individuellen Förderung soll heuer auch wieder mehr Musik an den Schulen ertönen. Unter dem Motto «Lehrer singen, Kinder klingen» erhielten seit Oktober 2007 Lehrkräfte dafür eine Ausbildung an der bayerischen Musikakademie in Marktoberdorf. Sie dürfen künftig sogenannte Chorklassen leiten. Eine davon entsteht an der Schrader-Schule in Kaufbeuren. An der Adalbert-Stifter-Schule in Neugablonz wird das Projekt «Jedem Kind ein Instrument» fortgesetzt.

Die Berufsorientierung bildet hingegen den Schwerpunkt an den Hauptschulen. Dafür gibt es im neuen Schuljahr wieder zahlreiche Projekte. In der Stadt besuchen 788 Jugendliche in 40 Klassen drei Hauptschulen. In der Beethoven-Schule gibt es erstmals zwei siebte Klassen. Dort wird die Hauptschule nach und nach aufgebaut. Es fehlen jetzt nur noch die achte und neunte Jahrgangsstufe.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten stehen an der Jörg-Lederer-Schule an. Eventuell muss der Unterricht teilweise in bereits vorhandene Container ausgelagert werden. Weiter im Angebot ist dort auch eine Praxisklasse für die neunte Jahrgangsstufe. Die Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz bleibt hingegen die einzige Hauptschule in der Stadt mit Ganztagsklassen. Sie bestehen nun für die Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben.

An allen Hauptschulen im Schulamtsbezirk findet mittlerweile Jugendsozialarbeit statt. Ab Herbst können zudem beim Kultusministerium Anträge gestellt werden, um diese Arbeit künftig auch an Grundschulen zu ermöglichen.

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