Kongress
Weniger Schmerzen und schneller erholt nach Operationen

Vier kleine Zugänge zum Bauchraum, zehn und fünf Millimeter groß, sind für einen Chirurgen heute nur noch nötig, um eine Gallenblase zu entfernen. Einen braucht er für eine Kamera, drei für dünne Röhrchen mit hochsensiblen Instrumenten. Die Schlüsselloch-Chirurgie oder minimalinvasive Chirurgie war Thema des «Euregio Update» Kongresses für Chirurgen und OP-Fachpersonal, der in Memmingen stattgefunden hat. Das Wort << Update >> ist neu im Namen des seit vielen Jahren etablierten Ärztekongresses. << Die Generation der Organisatoren hat gewechselt >>, erklärt Prof. Carsten Gutt, Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Memmingen. Gemeinsam mit Prof. Bruno Schmied aus St. Gallen hat er die Organisation übernommen. << Update >> heißt, dass sich die Teilnehmer auf den neuesten Stand der minimalinvasiven Chirurgie bringen >>, sagt Gutt.

Die Vorträge von Fachleuten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befassen sich mit neuen Techniken bei Operationen, mit noch kleineren Zugängen von 3,5 Millimetern Länge und auch mit den Grenzen der minimalinvasiven Chirurgie. << Bei großen Operationen der Bauchspeicheldrüse zum Beispiel ist die offene Chirurgie nach wie vor sinnvoller >>, erklärt Gutt.

Vorteile der minimalinvasiven Operationen für den Patienten seien weniger Schmerzen, eine schnellere Erholung und ein besseres kosmetisches Ergebnis, fasst Gutt zusammen. Die hochsensible Technik im OP sei zwar teurer, aber der Patient müsse weniger lang im Krankenhaus liegen, deshalb sei das Verfahren insgesamt günstiger.

Die Einführung der minimalinvasiven Chirurgie vor rund 20 Jahren sei einer Revolution gleichgekommen. << Auch die klassische Chirurgie wurde von den Techniken dramatisch beeinflusst >>, sagt der Chirurg. Bei der minimalinvasiven Arbeitsweise dürfe nichts bluten, sonst sei die Sicht beeinträchtigt, und man operiere dem schichtweisen Aufbau des Körpers folgend. Techniken und Instrumente habe die offene Chirurgie übernommen.

Die rund 400 Teilnehmer des Euregio Update lernten Instrumente und Geräte in praktischen Übungen kennen. Auch das OP-Pflegepersonal soll sich am Plevitrainer versuchen, also an einer Art Plastikbauch bestückt mit tierischen Organen, um die Handhabung und die Orientierung auf dem Monitor kennen zu lernen. << Ein optimales Gefühl für ein Verfahren entwickelt man nur dann, wenn man selbst einmal damit gearbeitet hat >>, erklärt Hans-Jürgen Stopora, Pflegedirektor am Memminger Klinikum und Mitorganisator des Kongresses. Fortbildung sei für das komplette OP-Team aus Chirurgen und OP-Pflegefachkräften überaus wichtig.

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