Parkhäuser
Weniger Nutzer - mehr Einnahmen in Memminger Parkhäusern

2Bilder

Seit Mai vergangenen Jahres ist das Parken in den städtischen Parkhäusern teurer: Die kostenfreie erste Stunde wurde abgeschafft. 60 Minuten kosten jetzt 50 Cent, zuvor mussten ab der zweiten Stunde 60 Cent bezahlt werden. Auf das Verhalten der Autofahrer hatte die Gebührenerhöhung offensichtlich Einfluss, denn die Zahl der Parker ging nach der Anhebung im Frühjahr zurück.

Rund 27000 Mal wurden die Parkhäuser 2010 weniger angefahren als im Jahr zuvor. Diese Zahlen legte der Leiter der Memminger Stadtwerke, Peter Domaschke - der auch für die Parkhäuser zuständig ist - auf Anfrage unserer Zeitung vor. Während die Zahl der Nutzer zurückging, stieg die Aufenthaltsdauer in den Parkhäusern - und zwar um 40000 Stunden. Domaschke erklärt diesen Umstand folgendermaßen: «Wenn die erste Stunde nicht mehr kostenlos ist, schwindet der Druck, innerhalb von 60 Minuten das Parkhaus wieder zu verlassen.» Genau dieser Effekt sei gewollt: «Denn so erhöhen wir die Verweildauer in der Stadt.»

Rückläufige Benutzerzahlen und höhere Aufenthaltsdauer mit eingerechnet, wird die Gebührenerhöhung der Stadtkasse Mehreinnahmen von rund 300000 Euro im Jahr bringen. Für 2010 fällt der Betrag allerdings geringer aus - wegen der Monate Januar bis April, in denen noch die alten Preise galten: Für 2010 rechnet Domaschke letztlich mit einer Steigerung der Einnahmen um rund 270000 Euro. Dennoch bleiben die drei städtischen Parkhäuser in Kraut-, Schwester- und Steinbogenstraße sowie die Tiefgarage der Stadthalle ein Minusgeschäft: «Der Betriebsverlust wird durch die Mehreinnahmen nur verringert», betont Domaschke. Im Jahr 2009 zum Beispiel betrug das Defizit der vier Parkanlagen rund 579000 Euro. Dieser Betrag ist laut dem Werkleiter exemplarisch für die zurückliegenden Jahre.

Ein Großteil des durch die Parkgebühren erwirtschafteten Geldes wird laut Domaschke für die Instandhaltung der Häuser verwendet. Ein Ingenieurbüro prüfe derzeit, welche Renovierungsmaßnahmen fällig sind. Große Schäden verursache beispielsweise das Salzwasser: «Das zerfrisst die Betonböden.» Das beliebteste, wenn auch mit 278 Stellplätzen kleinste Parkhaus, ist laut Domaschke das Gebäude in der Krautstraße: «Es liegt nah am Marktplatz und wird vor allem an den Wochenmarkt-Tagen Dienstag und Samstag sowie um die Mittagszeit gerne angefahren.» Dieses Haus hat die höchste Belegungsquote. Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala steht das Schwesterstraßen-Parkhaus mit 335 Stellplätzen, dicht gefolgt von der größten Memminger Parkanlage, der Stadthallen-Tiefgarage, mit 450 Plätzen.

Neuer Anstrich

Im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl im vergangenen Jahr hatten OB-Kandidaten angeregt, die Parkhäuser attraktiver zu machen. Hierzu sagt Domaschke: «Die Tiefgarage und die untere Etage des Parkhauses in der Steinbogenstraße wurden neu gestrichen. Aber hier stellt sich die Frage, was man bieten will. Parkhäuser bleiben nun mal Aufbewahrungsorte für Autos. Attraktivität bedeutet für mich, dass man bequem rein- und rausfahren kann.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen