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Weniger Männer sterben an Herzinfarkt

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Die Zahl der Todesfälle durch Herzinfarkte sinkt im Allgäu. Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und belegt es mit Zahlen des Statistischen Landesamtes: 1999 erlagen in der Region 503 Menschen einem Herzanfall, zehn Jahre später 428. Getrennt nach Geschlechtern betrachtet gilt dieser positive Trend allerdings nur noch für Männer. Bei Frauen erhöhte sich die Zahl der Herzinfarkt-Toten dagegen seit 1999 mit Ausnahmen in den Jahren 2005, 2006 und 2009 (siehe Grafik).

In deren Mittelpunkt stehen Herzkatheter-Labore. Dort können Herzkranzgefäße untersucht und verschlossene schnell geöffnet werden. Dadurch reduziere sich das Risiko, zu sterben. Früher existierten solche Einrichtungen meist nur in großen Zentren wie dem Zentralklinikum Augsburg. Mittlerweile gibt es sie auch im Allgäu - in Kaufbeuren, Immenstadt, Kempten, Memmingen und Mindelheim. Dort können rund um die Uhr Notfälle behandelt werden.

Mit einer aktiveren und gesünderen Lebensweise hat der Rückgang der tödlichen Infarkte nach Ansicht Kollers wenig zu tun. «Schließlich nimmt nicht die Zahl der Infarkte an sich ab. Sie sind immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland. Nur das Risiko, daran zu sterben, sinkt», sagt der Mediziner, der derzeit am Kaufbeurer Klinikum mit der Elektrophysiologie noch die Abteilung leitet, die Herzrhythmusstörungen behandelt.

Veränderter Lebenswandel

Warum tendenziell mehr Frauen am sogenannten Eva-Infarkt sterben, erklärt Koller mit deren verändertem Lebenswandel. «Die Zahl der Raucherinnen hat zum Beispiel zugenommen. Das zeigt sich auch bei anderen Erkrankungen wie Lungenkrebs», sagt der Arzt. Auch ließe sich vermuten, dass Stress etwa in Form einer Doppelbelastung durch Beruf und Familie ein Rolle spiele. Studien dazu gebe es jedoch nicht.

Gertraud Schwenk, Leiterin der TK-Kundenberatung in Kempten, sieht bei der Aufklärung zum Eva-Infarkt Nachholbedarf. «Viele Frauen bemerken noch immer zu spät, dass sich ein Herzinfarkt ankündigt», warnt sie. Bei ihnen seien die Anzeichen anders, als bei Männern. «Das Hauptsymptom, der Druckschmerz in der Brust, der in den linken Arm und Oberbauch ausstrahlen kann, ist zwar bei beiden Geschlechtern gleich», sagt Koller. «Doch bei Frauen wird er oft von Begleitsymptomen wie Übelkeit, Schwindel, oder Schweißausbrüchen überlagert, die vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden.» Das VNS kann nicht bewusst beeinflusst werden und kontrolliert zum Beispiel innere Organe. «Es funktioniert bei Männern und Frauen unterschiedlich», erklärt Koller.

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