Arbeit
Weniger Geld vom Bund: InJob gefährdet

Enthusiastisch hatten die Beteiligten der Allgäuer Werkstätten (AW) und die Jobcenter Kempten, Oberallgäu und Ostallgäu im Jahr 2008 die Beschäftigungsinitiative 'InJob' gegründet. Inzwischen haben 20 Beschäftigte mit Behinderung oder anderen Vermittlungshemmnissen einen Arbeitsplatz gefunden. Von den 20 Plätzen wurden bisher allein 14 durch das Kemptener Jobcenter gefördert. Im kommenden Jahr werde diese Zahl auf zehn reduziert. Denn laut Peter Müller vom Jobcenter Kempten wurde der Beschäftigungszuschuss vom Bund gekürzt.

Eine 'brenzlige' Situation, wie Michael Hauke, Geschäftsführer der Allgäuer Werkstätten, erklärte. Er meinte damit zum einen die menschliche Komponente, denn InJob müsse sich von vier Mitarbeitern trennen. Andererseits könnten mit zu wenig Beschäftigten bestimmte Aufträge nicht mehr erledigt werden. Und das gefährde InJob insgesamt.

Litzka: 'Ein Erfolgsmodell'

Dabei, so Peter Litzka, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Kempten, anlässlich der Aktionswoche der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sei die Beschäftigungsinitiative InJob ein Erfolgsmodell. 'Übrigens das einzige seiner Art in Bayern', wie Michael Hauke meinte. Untergebracht ist die Einrichtung im 'BIA-Gebäude (Betriebe für Integration und Arbeit)' an der Zeppelinstraße 10.

Hier begegnen sich täglich Beschäftigte des ersten, zweiten und dritten Arbeitsmarktes.

'Gelebte Inklusion'

Sechs Beschäftigte mit Behinderung aus den Allgäuer Werkstätten testen zudem aktuell bei InJob einen Arbeitsplatz außerhalb der geschützten Werkstatt. Hauke: 'Das ist gelebte Inklusion'. Nach den Aufbaujahren 2008 und 2009 habe sich 2010 der Umsatz positiv entwickelt. Laufe das bis 2012 ähnlich gut, habe man die Schulden der ersten Jahre aufgefangen, erklärte Hauke den Vertretern der drei Jobcenter aus Kempten, Oberallgäu und Ostallgäu.

Aktuell liege die eigene Umsatzquote bei circa 65 Prozent: 'Das heißt, wir brauchen eine Förderung von 35 bis 40 Prozent.' Bei der angekündigten Zuschuss-Kürzung gelte es, sich bei der Politik einsetzen, dass die Initiative weiter gefördert werde. Es dürfe nicht sein, dass dieses Erfolgsmodell an beispielsweise 100 000 Euro scheitere.

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