Immenstadt
Wenige Tage altes Baby in Gebüsch ausgesetzt

Ein ausgesetzter Säugling ist in einem Gebüsch nahe des Immenstädter Krankenhauses gefunden worden. Wie die Polizei gestern mitteilte, entdeckten zwei Jugendliche das neugeborene Baby am Sonntagabend. Dem Kind geht es gut, von der Mutter fehlt bisher jede Spur.

Die beiden Brüder hatten nach Polizeiangaben Werbeprospekte ausgetragen, als sie in der Nähe eines Parkplatzes der Immenstädter Klinik ein Wimmern hörten. Sie folgten dem Geräusch und entdeckten den Säugling in einem Gebüsch. Das Baby lag an einem uneinsehbaren Ort und wäre in der Dunkelheit auf dem fast leeren Gelände wohl nicht so schnell gefunden worden.

Die beiden Jugendlichen klingelten daraufhin sofort bei der Notaufnahme des Krankenhauses. Eine Krankenschwester brachte den kleinen Jungen in die Klinik, wo er ärztlich versorgt wurde. Das Kind war in eine Decke gewickelt und überstand den Vorfall ohne gravierende Probleme, so die Polizei in ihrem Bericht. «Es wurde mit nahezu normaler Körpertemperatur im Krankenhaus aufgenommen», bestätigte Franke den guten Gesundheitszustand des Säuglings.

Er gibt aber auch zu bedenken: «Neugeborene kühlen schnell aus und der Regen am Sonntag hätte dem Kind gefährlich werden können.»

Zeuge gesucht

Ersten Ermittlungen zufolge war das Baby ungefähr eine Stunde vor dem Auffinden in dem Gebüsch abgelegt worden. Die Kriminalpolizei Kempten geht nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass der Bub etwa zwei Tage zuvor bei einer Hausgeburt zur Welt kam. Die Polizei bittet nun um Hinweise zur Identifizierung der Mutter. Wer kennt zum Beispiel eine hochschwangere Frau, die erst vor Kurzem entbunden hat, jetzt aber kinderlos ist?

Zusätzlich wird nach einem circa 20 bis 30 Jahre alten Mann gefahndet. Er war Zeugen in der Nähe des Fundortes an einer Bushaltestelle aufgefallen und kann möglicherweise entscheidende Hinweise geben. Der Mann wird wie folgt beschrieben: Circa 1,80 Meter groß, kurze, lockige Haare und dunkle Kleidung. Eventuell trägt er einen Drei-Tage-Bart.

Babyklappe in Kempten

Die Aussetzung eines Kindes wird laut dem deutschen Strafgesetzbuch mit einem Strafmaß von einem bis zehn Jahren Gefängnis geahndet, sagt Polizeisprecher Christian Owsinski. Dabei hätte es in dem Immenstädter Fall zumindest eine Alternative gegeben: «Wir haben hier in Kempten eine Babyklappe. Dort hätte der Täter das Kind anonym an einem warmen Platz ablegen können», weist Franke hin.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen