Allgäu
Weiterbildungsstipendien für Begabte in Schwaben

Genau 100 junge Leute hat die IHK Schwaben Ende September in das Programm der Begabtenförderung aufgenommen. Wer sich für eine berufsbegleitende Weiterbildung entscheidet, dem stehen für drei Jahre insgesamt 6.000 Euro zur Verfügung. Bereits seit 1991 unterstützt das Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung junge Menschen bei der weiteren beruflichen Qualifizierung. Das heißt: Wer eine Ausbildung mit einer Note von mindestens 1,9 absolviert und zum Aufnahmezeitpunkt (bei der IHK Schwaben immer der 1. Januar) das 25. Lebensjahr noch nicht beendet hat, kommt als Kandidat infrage.

'Die meisten entscheiden sich für eine sogenannte Aufstiegsfortbildung, das heißt eine Ausbildung zum Fachwirt, beispielsweise zum Handels- oder Wirtschaftsfachwirt', sagt Oliver Heckemann, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung der IHK Schwaben.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Nathalie Walter. Sie hat sich nach der Mittleren Reife für eine Ausbildung zur Industriekauffrau entschieden und im Winter 2012 die Abschlussprüfung mit Bravour bestanden. Nun will sie sich zur Fachkauffrau Marketing fortbilden.

Dies ist ganz im Interesse ihres Arbeitgebers, der Witty Chemie GmbH in Dinkelscherben. 'Uns liegt es am Herzen, dass sich unsere guten Leute weiterbilden', erklärt Firmenchef Dr. Hubert Witty. 'Als Marketingassistentin übernimmt Nathalie Walter bereits heute anspruchsvolle Aufgaben im Bereich Neue Medien/E-Commerce sowie im Produktmarketing.'

Begabtenförderung auch mit Quali möglich Aber auch mit dem 'Quali' – dem qualifizierten Abschluss von der Mittelschule – ist es möglich, in die Begabtenförderung zu gelangen. Dies beweist Kathrin Rachl. Sie hatte ihre Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel mit Note Eins beendet und bildete sich zur Handelsfachwirtin weiter.

Der Arbeitgeber Aldi Süd weiß Rachls Begabung zu schätzen und hat sie bereits zur stellvertretenden Filialleiterin einer Aldi-Filiale im Raum Augsburg befördert. Nicht alle entscheiden sich für eine solche klassische Aufstiegsfortbildung. So will Anna Brauner, die derzeit in der Hauptniederlassung eines großen deutschen Logistikdienstleisters in Kempten beschäftigt ist, ein Bachelor-Studium Europäische Betriebswirtschaftslehre an der Euro-FH aufnehmen.

Sie hat ihre Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung mit Note Eins abgeschlossen. 'Zukünftig werden von den guten Leuten immer mehr berufsbegleitend studieren. Denn die Betriebe haben Interesse an der Weiterbildung in Kombination mit Weiterbeschäftigung der jungen Leute.

Dies dürfte auch in deren Interesse sein. Schließlich wollen viele das Geldverdienen nicht mehr missen, wenn sie sich einmal daran gewöhnt haben', erläutert Heckemann. Das wird auch im Falle von Christian Trollmann deutlich. Er absolviert momentan ein duales Maschinenbaustudium im sogenannten 'Ulmer Modell'.

Das Hightech-Unternehmen Grenzebach in Hamlar bei Donauwörth ist seit vielen Jahren überzeugt vom dualen Studium. 'Wir halten dies für ein Erfolgsmodell, bei dem sowohl der Student als auch der Betrieb profitieren', betont Peter Marcinkowski, Personalleiter der Firma Grenzebach.

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