Krippe
Weihnachts-Szenen in St.-Mang-Kirche

Schon als Kind liebte Adolf Bründl Krippen. Dass er später einmal 35 Jahre seines Lebens damit zubringen würde, zwei große Krippendarstellungen anzufertigen, hat er damals freilich nicht gedacht.

Zum ersten Mal ist das Lebenswerk des 71-Jährigen in der St.-Mang-Kirche in Kempten ab Samstag, 3. Dezember, zu sehen. Nach einem Konzert des Posaunenchors um 17 Uhr wird Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer die Szenerie um die Geburt Christi offiziell eröffnen. Ab 5. Januar ist dann die Krippenlandschaft mit den Heiligen Drei Königen ausgestellt.

33 Jahre alt war Adolf Bründl, als ihm seine damals fünfjährige Tochter ein Bild malte, das Maria, Josef und Jesus in der Krippe darstellte. Der gerührte Vater verstand dies als Aufforderung, sich ans Werk zu machen. Er begann, einige Figuren zu schnitzen.

Zufrieden war er mit den Erstlingswerken aber nicht, seine eigenen Vorstellungen hatte er nicht erfüllt. Also wandte er sich an einen Kollegen in dem Grafikbetrieb, in dem er arbeitete, Ulrich Graf. Mit ihm zusammen entstanden Schafe, Hände und Köpfe.

Doch Bründl wollte es noch besser machen. Also lernte er von einem Restaurator, wie man vergoldet und Kreidegrund fasst. Und der Lenzfrieder begann, auf Flohmärkten, in Klöstern und auf Speichern nach alten Textilien zu suchen. In den 80er Jahren dann lernte er den Reicholzrieder Bildhauer Walter Konrad kennen. Mit ihm arbeitete er in den nächstgen 25 Jahren an der großen Krippenlandschaft, die jetzt erstmals öffentlich gezeigt wird.

Die Berge der Szenen bestehen aus Steinen, die Bründl selbst in den Alpen gesammelt und im Rucksack heruntergetragen hat.

Bald war er mit seinen eigenen Näharbeiten nicht mehr zufrieden und gewann die Schneidermeisterinnen Martha Epp und Elisabeth Köhler dafür, mit ihm per Handarbeit an drei Tagen pro Woche die Kleider für seine Figuren zu nähen – sieben Jahre lang. Für die geschnitzten Gesichter hat sich Bründl an lebenden Modellen orientiert: Seine beiden Kinder hat er in Figuren ebenso verewigt wie sich selbst. Der Wallfahrer Jakobus trägt seine Gesichtszüge.

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