Marktoberdorf
Wegen Nebels: Außenbecken schließt im Winter früher

Leicht fiel den Stadträten die Entscheidung nicht gerade. Angesichts der Besucherzahlen im Außenbecken des Marktoberdorfer Hallenbads und vor allem der Kosten für Kameras, die die Sicherheit der Schwimmer dort gewährleisten könnten, rang sich die deutliche Mehrheit zu einer einheitlichen Regelung durch: Vom 1. November bis zum letzten Februartag wird das Außenbecken bereits um 20 Uhr geschlossen.

Auslöser der Maßnahme ist die Stellungnahme eines Sicherheitsbeauftragten des Gemeindeunfallversicherungsverbandes. Der hatte moniert, dass sich bei bestimmten Wetterlagen in der kalten Jahreszeit abends Nebel über dem warmen Wasser des Außenbeckens bildet. Das Badepersonal könnte deshalb nicht mehr erkennen, ob ein Schwimmer zu Boden sinkt.

Also wurde im vergangenen Winter das Außenbecken abends bei schlechter Sicht häufiger gesperrt. Das wiederum erzeugte viel Unmut bei den darauf unvorbereiteten Besuchern und empörte Anrufe im Rathaus.

Die Stadtverwaltung schlug nun vor, an diesem Vorgehen festzuhalten und im Fall des Falles ein entsprechendes Hinweisschild an der Kasse anzubringen. Eugen Kögel (CSU) ging als häufiger Badegast noch einen Schritt weiter. Der Vorschlag der Stadt werde weiter Ärger produzieren, «wir brauchen deshalb eine klare Regelung».

Das Außenbecken sollte im Winter ab 20 Uhr geschlossen werden. Das spare zudem Energie.

Während die meisten sich mit diesem Gedanken anfreunden konnten, lehnten Peter Grotz, Doris Rößle und Wolfgang Schmid (alle Freie Wähler) den Vorschlag ab. Gerade das Außenbecken sei die Attraktion des Hallenbads. Angesichts der Konkurrenz durch umliegende Bäder sollte die Stadt, so Rößle, «lieber in den sauren Apfel beißen und was Gescheites schaffen».

Der «saure Apfel» ist eine Kameraanlage. Eine Wärmebildkamera zeige nur die Schwimmer über der Wasseroberfläche. «Sobald einer taucht, ist er nicht mehr zu sehen», erklärte Stadtbaumeister Peter Münsch. Die Kamera koste rund 50000 Euro. Zudem verursache dieses System zusätzliche Personalkosten, weil ein Schwimmmeistergehilfe stets den Monitor überwachen müsse.

Eine bessere Alternative sei der Einbau von Unterwasserkameras. Die zu installieren, gehe zum einen aus baulichen Gründen nicht. Zum anderen seien die Kosten mit 100000 Euro sehr hoch, so Münsch. Auch gebe es keine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau der Kameras. Wolfgang Wieder, in der Verwaltung auch für das Hallenbad zuständig, steuerte weitere Zahlen bei. Laut einer Zählung des Personals über vier Wintermonate wird das Außenbecken in der Zeit von 19 und 22 Uhr nur von zwischen 5,87 und 1,04 Schwimmern genutzt. «Das sind also nicht viele. Wenn es eine klare Regelung gibt, dann haben wir nicht den Unmut wie bisher.» Die Mehrheit folgte diesem Weg.

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