Serie
Wegen einer Augenentzündung muss das Kalb Lara den Stall hüten

Was ist, wenn sich ein Rinderauge entzündet? Wie lässt sich das behandeln? Was müssen Alphirten zur Weidepflege alles tun? Fragen rund ums Rinderleben gibt es viele. Oberallgäu Kälbchen Lara, inzwischen ein gestandener Schumpen, ist krank. Das Tier hat sich eine Augenentzündung eingefangen. Die von Fliegen übertragene Krankheit ist lästig, aber behandelbar. Sie kann in schweren Fällen oder ohne Behandlung jedoch zur Erblindung eines Auges führen.

Nun steht Lara für ein paar Tage im halbdunklen Stall des Sonthofer Hofs, das Auge vor grellem Sonnenlicht und Fliegen geschützt. Täglich gibt es Salbe aufs Auge.

Wenn die Entzündung verheilt ist, darf das Tier wieder ins Freie. Lara freilich will das nicht so recht verstehen. Viel lieber würde sie wie vorher Tag und Nacht draußen sein – bei den anderen Rindern. Deshalb ist sie schon aus dem Stall ausgebüxt und Alphirte Andreas Schratt musste sie wieder zurückholen.

Weidepflege wichtig

So was ist dann eine Zusatzaufgabe zwischen all den anderen Dingen des Tagesplans. Wichtig ist zum Beispiel die Weidepflege: der Kampf gegen Unkraut und die Verbuschung der Wiesen.

Klar: Haben Hirten und Landwirte kein Auge drauf, wachsen auf den Wiesen über die Jahre immer mehr kleine Büsche und Bäumchen.

Über kurz oder lang wäre es vorbei mit der Oberallgäuer Kulturlandschaft. Deshalb ist fürs Durchroden ab und an die Motorsäge gefragt.

Der Weidemulcher dagegen dient vor allem zum Nachmähen. Hartes Gras, das die Rinder stehen ließen, wird damit abgeschnitten, automatisch gehäckselt und verteilt, ebenso etwa alte Kuhfladen.

Bei größeren Unkrautbeständen ist der Mulcher keine Lösung. Wer Unkraut, das auf abgeweideten Wiesen stehenbleibt, einfach nur abmähe, werde nachwachsenden Trieben begegnen, so Andreas Schratt.

Wer zu spät im Jahr mäht, riskiere zudem, dass die auf den Boden fallenden Samen für eine Ausbreitung sorgen.

Unkraut ist nicht gleich Unkraut. Manches lassen die Rinder einfach stehen, weil sie es nicht mögen. Alpenampfer etwa, dessen Samen bis zu 13 Jahre lang keimfähig bleiben.

Oder auch die stachlige Alpendistel (nicht Silberdistel). Wer will schon in so dorniges Kraut beißen? Weit problematischer sind Jakobs- und Alpen-Kreuzkraut. Diese Pflanzen sind giftig. Landen sie etwa im abgemähten Heu, verlieren sie zwar ihren bitteren Geschmack, nicht aber das Gift.

Rinder haben dann keine Chance, die Pflanzen auszusondern.

Ob man Unkraut nun (nach entsprechender Schulung) in Handarbeit spritzt oder es mit Wurzeln herausreißt – es ist in jedem Fall eine mühselige Angelegenheit.

Aber sie zahlt sich aus: Rund um den Sonthofer Hof kann Alphirte Schratt genau zeigen, wo er auf den Weiden schon in den Vorjahren Meter für Meter aktiv war und wo die Arbeit noch ansteht.

Wenn Pflanzen mit der Unkrautspritze bekämpft werden, geschieht das nicht auf Wiesen, auf denen gerade Kühe stehen. Es gibt laut Schratt Regeln, wie lange man warten muss, bis Vieh wieder auf eine Wiese darf, auf der Pflanzen gespritzt wurden. Zumindest so kann sich Lara also nicht den Magen verderben.

In der Serie 'Lara und die Landwirtschaft' begleitet die Allgäuer Zeitung ein Jungrind und greifen verschiedene Themen auf. <strong>Vergangene Ausgaben finden Sie in unserem e-Paper. </strong>

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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