Weder Fluchtversuche noch Angriffe

Kempten | eva | Auf ein erfolgreiches Jahr hat Gisbert Rehmet beim Neujahrsempfang der Justizvollzugsanstalt zurückgeblickt. 'Es gab weder Ausbruchsversuche, noch Selbstmorde und auch keine Angriffe auf das Wachpersonal', berichtete der JVA-Leiter. Schwierigkeiten habe dagegen die hohe Zahl der Häftlinge bereitet, die gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben: rund 200 Strafgefangene seien das gewesen, so Rehmet.

Im vergangenen Jahr saßen im Schnitt 379 Häftlinge in der Haftanstalt ein. 2006 waren es 430. Allerdings rechnet Rehmet für 2008 wieder mit einer höheren Belegungszahl, da die Memminger Haftanstalt umgebaut werde und etwa 30 Gefangene nach Kempten verlegt würden. Die Arbeitssituation gebe jedoch Anlass zur Freude, so Rehmet: 42 Prozent der Häftlinge seien 2007 einer Beschäftigung nachgegangen. In den JVAs Kempten und Memmingen seien zusammen 1,58 Millionen Euro erwirtschaftet worden.

Seit Beginn dieses Jahres ist das Bayerische Strafvollzugsrecht in Kraft getreten, das auch für Kempten einige Neuerungen bringt. So sollen bayernweit 192 Sozialtherapieplätze zusätzlich geschaffen werden. Der Opferschutz sei dahingehend verankert worden, dass sich Täter mit ihren Opfern in angemessen Form auseinandersetzen sollen. Im Strafvollzug für Jugendliche habe der Erziehungsgedanke Priorität.

Eine wichtige Änderung für Angehörige ist die Verordnung, dass keine Lebensmittelpakete mehr in die JVA geschickt werden dürfen. Zu oft, so Rehmet, wurden darin Drogen und andere unerlaubte Gegenstände transportiert. Die Angehörigen zahlen nun einen Betrag ein, für den der Gefangene einen Sondereinkauf im Haus tätigen kann.

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