Immenstadt
Wasserskilift-Pläne am Kleinen Alpsee schlagen Wellen

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Für Gesprächsstoff im Städtle sorgen derzeit Gerüchte um eine Wasserskiliftanlage am Kleinen Alpsee. Investor Christian von Lerchenfeld plant mit seiner Firma Sesitec (Bad Hindelang) eine solche Anlage zu bauen und den Betrieb des Freibades zu übernehmen. Offiziell wurden die Pläne bisher nur in einer nicht öffentlichen Stadtratssitzung vorgestellt. Die Heimatzeitung fragte nach:

Annette von Lerchenfeld von Sesitec erklärt: «Wir haben eine solche Anlage 14 Jahre lang am Inselsee betrieben, bis wir im vergangenen Jahr unerwartet die Kündigung bekommen haben.» Deshalb seien sie nun auf der Suche nach «etwas Eigenem». Da das Freibad bekanntlich rote Zahlen schreibe, strebe das Unternehmerpaar nun danach, das «komplette Freibad samt einem Wasserskilift» zu betreiben. Obwohl man um den «heiklen Bereich» des Naturbades wisse, gebe es ihrer Ansicht nach «Möglichkeiten die Pläne in einem guten Rahmen umzusetzen.» An Erfahrung mangele es nicht: So betreibe ihre Firma nicht nur das Strandbad «Blaue Lagune» in Wachtendonk (Nähe Duisburg), sondern habe auch in Pfullendorf (Baden-Württemberg) bereits einen Wasserskilift an einem Natursee gebaut. «Wir möchten alle Seiten zufriedenstellen», sagt von Lerchenfeld und betont, dass das Naturbad - samt Schilfbereich und Vogelgebiet - erhalten bleiben soll.

«Wir erhöhen die Preise nicht, aber wollen eine längere Saison.» Die Konkurrenzsituation mit der Anlage am Inselsee bezeichnet sie als «positiv», schließlich sei die Anlage in Blaichach stets ausgebucht.

Im Freibad läuft eine Umfrage zu alternativen Angeboten

Bereits jetzt ein Dorn im Auge sind die Pläne dem Bund Naturschutz. Dr. Rolf Grebenstein, Vorsitzender der Ortsgruppe Immenstadt, spricht vom «Gipfel der Frechheit, die Natur zu verschandeln». Von Lerchenfeld selbst habe die Pläne bei einem Bürgertreffen in Bühl öffentlich kundgetan. Zu seinem Bedauern sei auch nicht zu erwarten, dass sich der Landkreis für das Naturbad starkmache. «Jedes Gewerbegebiet wird besser geschützt als Landschaftsschutzgebiete», ärgert sich Grebenstein und kündigt Proteste an.

Ebenfalls aufmerksam auf eine mögliche Wasserskiliftanlage am Kleinen Alpsee wurden Badegäste. Seit knapp einer Woche macht im Freibad nämlich ein Fragebogen die Runde: «Die Leute sprechen mich an und sind empört. Sie fürchten um den Badebetrieb», erzählt Roland Mayer, der seit 24 Jahren den Schwimmbad-Kiosk betreibt. «Es ist ganz normal, dass wir alle fünf Jahre in öffentlichen Bädern Befragungen durchführen», erklärt Barbara Weißinger, städtische Marketingleiterin. Dabei gehe es lediglich um ein Stimmungsbild. Die Frage nach «möglichen Alternativen für das Freibad» mit der Option auf eine Wasserskiliftanlage sei dabei nur eine von 20. Bürgermeister Armin Schaupp erklärte: «Das Bad belastet den Haushalt jährlich mit 200000 Euro.

» Deshalb werde gemeinsam mit den Nutzern nach Möglichkeiten gesucht, die Attraktivität zu steigern. Im September werde der Stadtrat entscheiden, ob von Lerchenfeld weiter planen soll. «Muss-Bedingung» sei, das Freibad zu erhalten.

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