Pfronten
Was wird aus Dornier?

Die Zukunft des Pfrontener Werkes der Lindauer Dornier GmbH ist fraglich. Wie Hans-Jürgen Schmidt, kaufmännischer Geschäftsführer in Lindau, gestern auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte, gibt es einen solchen Beschluss des Aufsichtsrates. Demnach soll angesichts der massiven Auftragseinbrüche eine Schließung oder Verselbstständigung des Standorts Pfronten überprüft werden. Die Überlegungen seien dazu derzeit noch im Gange.

Beschließen kann über solche Maßnahmen laut Schmidt nur der Aufsichtsrat, für dessen nächste Sitzung es bislang noch keinen Termin gibt. Ziel sei es in jedem Fall, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Derzeit seien in Pfronten noch 162 Mitarbeiter beschäftigt. 33 betriebsbedingte Kündigungen hat die Lindauer Dornier GmbH wie berichtet allerdings bereits im März angekündigt.

Die IG Metall hat angesichts der Situation ihre Mitglieder bei Dornier für morgen Abend zu einer Versammlung ins Gasthaus Adler in Pfronten eingeladen. Ziel aus Gewerkschaftssicht sei es, den Betrieb in Pfronten zu erhalten und zwar unter dem Namen Dornier, erklärte Dietmar Jansen, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Kempten dazu gegenüber unserer Zeitung.

Man befürchte nämlich, dass die Verselbstständigung nur dem Zweck diene, den Standort Pfronten schließen zu können, ohne den Traditionsnamen Dornier zu beschädigen.

Das Argument, als selbstständiges Werk könnte Pfronten auch Aufträge von anderen Firmen annehmen, lässt Jansen nicht gelten: «Die haben doch derzeit alle keine Aufträge, die sie weitergeben könnten.» Dass es in der gegenwärtigen Wirtschaftslage sehr schwierig ist, solche Partner zu finden, räumt auch Geschäftsführer Schmidt ein.

Um den Standort zu retten, ist die Gewerkschaft auch zu weiteren Einschnitten bereit. «Wir müssen darüber diskutieren, ob für den Standort zum Beispiel ein Sozialtarifvertrag möglich ist», so Jansen. «Schließlich hängen an den Mitarbeitern dort viele Familien dran.»

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