Füssen
Was wird aus dem Bürgerspital?

Was wird eigentlich aus dem Bürgerspital, das nur bis zum Jahr 2011 als Pflegeheim betrieben werden kann? Einen Stadtrats-Beschluss aus dem Jahr 2007 gibt es zwar: Danach soll das Heilig-Geist-Spital als soziale Einrichtung für ältere oder pflegebedürftige Menschen fortbestehen. Doch bei der konkreten Umsetzung dieser Vorgabe ist die Verwaltung noch nicht sehr weit gekommen, musste Michael Wollnitza (Freie Wähler) erfahren, als er im Hauptverwaltungsausschuss nachhakte.

Als unsere Zeitung Anfang 2007 über die drohende Schließung des Bürgerspitals berichtete, brach in Füssen ein Proteststurm aus: In vielen Briefen kritisierten Leser die Schließung der seit 1469 existierenden Einrichtung. Ein Aktionskreis Pro Bürgerspital sammelte in kurzer Zeit weit über 2000 Unterschriften für den Erhalt des Pflegeheims. Die zum Teil sehr emotionalen Proteste zeigten Wirkung, eine Kehrtwende folgte: Die Stadt beschloss, Brandschutz-Auflagen für das alte Gebäude zu erfüllen. Dadurch konnte es bis 2011 als Pflegeheim betrieben werden. Zu diesem Zeitpunkt soll der Ersatzbau für das Altenheim St. Martin fertiggestellt sein, in dem auch die Bewohner des Bürgerspitals unterkommen werden.

Nach 2011 soll das Bürgerspital aber weiter als soziale Einrichtung für ältere Bürger betrieben werden, beschloss der Stadtrat. Wie genau diese Einrichtung aussehen soll, sollte zügig geklärt werden. Ein Arbeitskreis wurde einberufen, verschwand aber bald wieder in der Versenkung. Nun wollte Wollnitza wissen, wie es denn um die Bemühungen in Sachen Spital steht. Konkret steht noch nichts fest, räumte Bürgermeister Paul Iacob ein: Man habe das weitere Vorgehen des Roten Kreuzes beim geplanten Pflegeheim abgewartet.

Die Verwaltung prüfe mehrere Modelle für das Spital - wie verschiedene Wohnformen für Senioren, eine offene Versorgung und mehr. Zudem überprüfe Standesamt-Chef Andreas Rösel, ob man die Satzung der Stiftung überarbeiten müsse. «Im Laufe des Jahres» wolle man die Ergebnisse präsentieren.

So lange will Wollnitza nicht warten: Er forderte, dass Rösel den Stadträten demnächst einen Zwischenbericht vorlegen soll. Iacob sicherte dies zu.

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