Aitrach
«Was Du mit Liebe machst, bringt Dir Erfolg»

In der Fabel «Der Fuchs und die Trauben» hängen die Trauben für den Fuchs zu hoch. Im Gehege von Anton «Toni» Waibel in Aitrach werden ihm die süßen Früchte von Hand serviert. Vor gut einem Jahr retteten Illerfischer einen halbjährigen Fuchs aus der Iller, brachten ihn zu Toni, der ihn erfolgreich aufpäppelte. Früchte aller Art, bis auf Bananen, liebt der «Muck» geradezu. Aufgezogen hat der 71-jährige ehemalige Waldarbeiter den Jungfuchs mit Milch und Hundefutter. Die Petrijünger wussten genau, wohin mit dem geschwächten Tier: Toni Waibel mit seinem Wildtierpark oberhalb von Aitrach ist als Tierexperte weithin bekannt.

Bereits als siebenjähriger «Hirtebue» entdeckte er seine Liebe zu den Tieren, pflegte verwundete und verunfallte Tiere und päppelte sie wieder auf. Den Kontakt mit Flora und Fauna vertiefte er in 44 Berufsjahren «im Wald» und in seinem Tierpark an der Aitrach, den er 1957 gründete.

Auf einem 1,1 Hektar großen Gelände eines Auwaldes legte er Gehege für Wildtiere an, in denen anfangs Wildschweine und Rehe eine neue Heimat fanden. «Die erste Wildsau habe ich aus einem Gehege bei Karlsruhe geholt», erinnert sich Waibel. Aber auch die Flora kann sich sehen lassen. So überragt eine 160 Jahre alte Fichte die vielfältigen Laubbaumarten.

Im Laufe der Jahre folgten weitere Tiere aus heimischen Gefilden. Tiere, die in großen Zooanlagen nur noch selten zu sehen sind: Bergziegen, Kamerunschafe, Füchse, Wachteln, Fasane, Zwerghühner sowie Mandarin- und Bahama-Enten (gehören zur Gattung der Schwimmenten) tummeln sich in den großzügigen Gehegen.

Ein Hingucker waren vor einigen Jahren auch die Sumpfbiber. Im Gegensatz zum Naturkundeunterricht via Fernsehen sind bei Toni noch haut- beziehungsweise fellnahe Begegnungen mit den Tieren möglich. Kein Wunder, dass sich im Laufe der Jahrzehnte unzählige Besucher bei Toni einfanden, und das zum Nulltarif.

Teilweise in der dritten Generation reisen Jung und Alt, Schulklassen sowie Kindergarten- oder Behindertengruppen an. Kürzlich sei eine Kindergruppe aus Günzburg da gewesen, «die mit der Bahn einen Tagesausflug machte,» berichtet Waibel.

«Die haben dann natürlich immer Futter dabei, denn nichts macht Kindern mehr Spaß, als die Tiere mit Äpfeln, altem Brot, Karotten oder Maiskolben zu füttern.» Ohne die Futterspenden, die einen großen Teil des täglichen Bedarfes abdecken, würde sich Waibel schwer tun.

Jeden Abend gehts zur Fütterung

Zweimal täglich, im Sommer wie im Winter, geht Toni zu «seinen Viechern». Morgens schaut er nach dem Rechten, abends geht es zur Fütterung. «Ohne die Unterstützung meiner Frau und meines Sohnes könnte ich das gar nicht stemmen», so der 71-Jährige. Unterstützung erhält er zudem jährlich von der Gemeinde.

«Unbürokratisch, und dafür bin ich sehr dankbar», erklärt Waibel. Denn billig war sein Hobby nie. «Da muss man einiges dazu kaufen.» Zudem stehen im Sommer Mäharbeiten und Heumachen auf seinem Tagesplan. Toni hat seine eigene Philosophie: «Was Du mit Liebe machst, bringt Dir Erfolg. Ich habe immer in und von der Natur gelebt.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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