Kempten
Warum nicht auch im Milchzelt abends feiern?

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Warum Ursula Zingraf 1975 erstmals auf die Festwoche kam? Weil es dort, so hörte die Düsseldorferin damals, Kuhschwanzhalter gab und ein solches Kuriosum wollte sie ihrer Freundin nach Nordrhein-Westfalen schicken. Die Kuhschwanzhalter gibt es noch heute. «Aber das Niveau hat sich schon verändert», sagt Ursula Zingraf. Da stimmten ihr am Mittwoch beim zweiten Leserstammtisch der AZ, die in der Parkterrasse der Familie Heel und der Brauerei Meckatzer zu Gast war, die anderen Leser zu. Dem ehemaligen Festwochenleiter Heinz Buhmann und seiner Nachfolgerin Martina Dufner-Wucher gaben sie dennoch viel konstruktive Kritik mit.

Angebote für Jung und Alt

Dass man auf der Festwoche eben nicht nur mit Menschen seines Alters zusammen kommt und Alt und Jung im Bierzelt gemeinsam feiern: Genau das macht für den 21-jährigen Fabian Geyer das Flair der Festwoche aus: «Die Gespräche sind da auch viel interessanter.» Anders sieht das Senior Xaver Pfeiler, denn wegen des abendlichen Remmidemmis komme die Generation 60 plus kaum mehr zu späterer Stunde. «Wenn alle auf den Tischen stehen, ist das nicht gemütlich», meinte er. «Dieselbe Diskussion hatten wir vor 25 Jahren - nur andersrum», blickte Buhmann zurück. Da habe es stets geheißen, die Festwoche sei vor allem abends etwas für Ältere, sei überaltert gewesen. Mit der Parkschenke habe man dann ein Angebot für Jüngere geschaffen, «und die Jugend hat die Festwoche wieder für sich entdeckt».

Auch er unterstütze den generationsübergreifenden Aspekt. Und wer es etwas ruhiger möge, der habe ja die Parkterrasse und den Schubkarchstand.

Das Gelände ausweiten?

Doch reicht das aus oder muss das Gelände ausgeweitet werden? Ein Thema war hier das Milchzelt, das man nach Meinung einiger Leser auch abends nutzen könnte. Dabei betonte Manfred Werne, dass das Milchzelt dann auf die andere Seite des Geländes verlagert werden solle, «sonst wird es nicht angenommen». Laut Buhmann jedoch ist die Sache nicht einfach. So gehe es dem Betreiber, dem Milchwirtschaftlichen Verein, ja um die Milchprodukte und nicht darum, Bier zu verkaufen. Eine Verlagerung des Zelts aufs Gelände sei zudem aus Platzgründen schwierig. Und an seinem jetzigen Standort könne man das Milchzelt abends nicht öffnen: «Gerade in dem Bereich haben wir eine enorme Wohnbebauung», sagte Buhmann.

Die Lärmbelästigung könne man den Anwohnern nicht zumuten.

Mehr oder andere Aussteller?

An eine Ausweitung - auch in Sachen Messe - denkt Ewald Silberhorn. Er findet, dass die Festwoche einen tollen Zulauf habe, der besser genutzt werden sollte. «Man muss einfach mal mutig sein und Neues ausprobieren.» Vorstellen könnte er sich die Einbindung des Hofgartens. Xaver Pfeiler denkt sogar an Veranstaltungen im Illerstadion, das wesentlich mehr Menschen Platz biete als der Residenzhof. Was die Aussteller angeht, betonte Buhmann, lege die Stadt viel Wert darauf, das Angebot nach der Nachfrage der Besucher zu richten. Doch auch die Aussteller hätten an die Messen Ansprüche.

«Die Festwoche ist ein Gemischtwarenladen und darf sich nicht zu sehr spezialisieren», meinte Buhmann: «Aber selbstverständlich bleiben wir immer dran und versuchen, neue Branchen zu etablieren.»

Viele Anregungen

Dufner-Wucher und Buhmann nahmen schließlich eine Reihe von Anregungen mit. So wünscht sich Achim Weigert wieder eine Prämierung der besten Stände - wie früher. Und Fabian Geyer schlug vor, dass man doch die Möglichkeit bekommen solle, das Gelände wieder verlassen zu dürfen, wenn man eine Tageskarte gekauft hat. Beispielsweise durch einen Stempel. Diese Anregung, so Buhmann, werde geprüft. Jedoch sei die Festwochenleitung schon bestrebt, dass die Besucher auf dem Gelände bleiben - und dort auch konsumieren.

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