Straßenverkehr
Warum die Kaufbeurer am meisten in Deutschland zahlen müssen

2Bilder

Zweiradfahrer und Fußgänger leben in Kaufbeuren offensichtlich gefährlich. Sie werden überdurchschnittlich oft bei Unfällen verletzt. Die Wiederherstellung ihrer Gesundheit kommt den Versicherungen teuer. Und das führt letztlich dazu, dass die Kaufbeurer die höchsten Prämien in ganz Deutschland für ihre Kfz-Versicherung bezahlen müssen. So lauten die ersten Ergebnisse einer Analyse des Versicherungsverbandes.

Diese stellten gestern Nachmittag im Rathaus Oberbürgermeister Stefan Bosse, Vertreter des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Polizei vor. Als «dümmste und schlechteste Autofahrer der Nation» müssen sich die Kaufbeurer seit Jahren beschimpfen lassen. Bosse wollte dies nicht mehr auf seinen Bürgern sitzen lassen und bohrte hartnäckig beim GDV nach. Die ersten Ergebnisse der Untersuchung überraschten nun freilich auch Bosse.

Er hatte eigentlich erwartet, dass viele schwere Unfälle auf der Bundesstraße 12 die Prämien in die Höhe treiben. Diese spielen zwar auch eine Rolle - aber eine kleinere als gedacht. Nur 20 Prozent der analysierten 58 Unfälle mit einem Schaden über 50000 Euro aus den vergangenen Jahren passierten auf der viel befahrenen Bundesstraße. Das Gros ereignete sich mitten in der Stadt.

In über die Hälfte waren Zweiradfahrer oder Fußgänger verwickelt - häufig älter als 65 Jahre. Eine gewisse Rolle bei den Unfällen spiele auch, dass die Bundesstraße 16 mitten durch die Kreisstadt verläuft und damit den Verkehr erhöht.

Die Stadt will nun ein Fachbüro engagieren, das bei der Ursachenforschung hilft und vor allem Vorschläge zur Verbesserung macht. Eingebunden in diese weitere Analyse sind nach wie vor der GDV und die Polizei.

Mit einer schnellen Senkung der Kfz-Prämien für das Kennzeichen KF ist indes nicht zu rechnen. Ergebnisse der weiteren Studien liegen frühestens 2012 vor. Erst daraufhin könnten gefährliche Stellen umgestaltet werden. Sollte dies wirklich zu einer Verringerung der teuren Unfälle führen, so wirkt sich das erst zeitversetzt auf die Versicherungsprämien aus.

Denn für deren Berechnung werden die Daten der jeweils fünf zurückliegenden Jahre herangezogen.

Doch «der Anfang wäre gemacht», so Bosse gestern. Und er will sich weiter dafür stark machen, dass die Bundesstraße 12 endlich vierspurig ausgebaut wird, damit die Kaufbeurer auch sicher unterwegs sind, wenn sie aus ihrer Stadt hinausfahren.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen