Leichenschändung
Wangener Leichenhalle wird für die Öffentlichkeit geschlossen

Noch keine neuen Erkenntnisse zum Täter hat die Polizei im Fall der Leichenschändung in der Trauerhalle des Wangener Friedhofs St. Wolfgang. 'Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte für das Vorliegen eines Sexualdelikts vor', sagt Polizeisprecher Peter Korn zu den Ergebnissen der gestrigen rechtsmedizinischen Untersuchung des Leichnams der 90-jährigen Frau. Derzeit laufen Vernehmungen mit Zeugen und Gespräche mit Angehörigen der Verstorbenen weiter. Die Veröffentlichung der Tat am Montag hat der Polizei bislang ebenfalls nicht wesentlich weiter geholfen. 'Nur vereinzelt' habe es auf den gestrigen Zeugenaufruf in der Zeitung Hinweise gegeben.

'Uns ist bewusst, dass die Angehörigen und die Bevölkerung schockiert sind. Wir arbeiten mit großem Nachdruck', so Korn gestern weiter.

Unterdessen hat die Stadt erste Sofortmaßnahmen ergriffen: Die Leichenhalle werde ab sofort für den öffentlichen Zugang gesperrt, so Oberbürgermeister Michael Lang auf Nachfrage. Angehörige von Verstorbenen würden auf Anfordung in die Halle gelassen.

Laut Lang werde dies keine Übergangslösung sein, bis der Täter möglicherweise gefasst wird: 'Ich bin der Meinung, dass man das auf Dauer so macht.' Bislang war die Leichenhalle unter der Woche von 8 bis 16.30 Uhr und samstags von 8 bis 19 Uhr für die Allgemeinheit geöffnet.

'Eine geöffnete Leichenhalle gehört zu unserer Kultur des Abschiednehmens', so der Oberbürgermeister.

Als weitere Sofortmaßnahme werden die Schlösser zur Leichenhalle komplett ausgetauscht. 'Wir denken außerdem darüber nach, ein Schließsystem mit einer elektronischen Erkennung zu installieren', sagte Lang und verwies auf gängige Transpondersysteme aus Hotels.

Das Stadtoberhaupt zeigte sich betroffen über die Tat vom Wochenende: 'Das macht sprachlos', sagt Lang, der am Sonntag auf dem Friedhof selbst mit den Ermittlern der Kriminalpolizei gesprochen hat: 'Das hat uns allen sehr zugesetzt.'

Laut Polizei hatte ein Unbekannter zwischen Samstagnachmittag (16.30 Uhr) und Sonntagmorgen gegen (9 Uhr) den Leichnam einer 90-Jährigen aus dem Sarg gehoben und in einen benachbarten Raum gelegt. Er wurde teilweise entkleidet. Außerdem verschmierte der Täter Kot an die Wände der Leichenhalle.

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