Deutscher Alpenverein
"Wandern ist möglich - bei Beachtung wichtiger Regeln"

Wandern ist möglich, solange die Sportler wichtige Regeln einhalten (Symbolbild).
  • Wandern ist möglich, solange die Sportler wichtige Regeln einhalten (Symbolbild).
  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Eine gute Nachricht für Wanderfreunde, gerade jetzt, wo der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Aufhebung der Ausgangsbeschränkung angekündigt hat: Der Deutsche Alpenverein (DAV) rät nicht mehr generell von Wanderungen ab. Wandern ist demnach unter Beachtung wichtiger Regeln in Deutschland möglich. Das gibt DAV-Pressesprecher Thomas Bucher auf Anfrage von all-in.de bekannt. Für Österreich gelten andere Gesetze.

Die wichtigen Regeln, um wandern gehen zu dürfen: 

"Wandern ist möglich - bei Beachtung wichtiger Regeln." Diese sind: Abstandsgebot und Hygieneregeln. Im Bergsport ist zusätzlich Vorsicht geboten. Die Devise lautet: "Zurückhaltung bei der Tourenplanung."

Abstandsgebot und Hygieneregeln
Bergsport ist nur in den jeweils erlaubten Kleingruppen gestattet. Die Größe und Zusammenstellung der Kleingruppen variiert von Bundesland zu Bundesland. Außerdem gilt: Abstand halten. Im Bergsport sind es außerhalb der eigenen Kleingruppe zu anderen Personen zwei Meter, statt den üblichen 1,5 Metern. Das liege daran, dass man gerade beim Wandern öfter und tiefer atmet als beispielsweise im Supermarkt. 

Zudem sollen Bergsportler gewohnte Rituale wie das Umarmen auf dem Gipfel, das Trinken aus einer Flasche oder das "Gipfelbussi" unterlassen. Desinfektionsmittel und Mund-Nase-Schutz sind für alle Fälle mitzuführen, selbst wenn Wanderer auf dem Gipfel keinen Mundschutz tragen müssen. 

Zurückhaltung bei der Tourenplanung 
Jetzt sei klar, dass die Bergwacht nicht überlastet ist, so der Pressesprecher des DAV. Trotzdem sollen Bergunfälle vermieden werden. Deshalb sei beim Bergsport zusätzlich Vorsicht geboten. Bergsportler sollen Touren gehen, die weit unter der eigenen Leistung liegen, erklärt Bucher. 

Drei Faktoren haben zur Entscheidung geführt, Wandern wieder zu ermöglichen:

  • Das Infektionsgeschehen hat sich in Deutschland positiv entwickelt. Laut Bucher gibt es seit vier Tagen unter 1.000 Ansteckungen in Deutschland. 
  • Die befürchtete Überlastung der Bergrettung ist nicht eingetreten. Die Bergrettung ist einsatzbereit, auch unter den Corona-Bedingungen. 
  • Bergsportlerinnen und Bergsportler haben sich in den vergangenen Wochen zurückgehalten. In einer Pressemitteilung des DAV heißt es: "Mit ihrem weitgehenden Verzicht auf Bergtouren haben die Bergsportlerinnen und Bergsportler bewiesen, dass es keine Verbote braucht, um solidarisch und vernünftig zu handeln."

Unter Beachtung dieser Faktoren sei ein "vorsichtiger Öffnungsappell" möglich. Seit Wochen habe der DAV mit vielen Beteiligten darüber diskutiert und nicht leichtfertig entschieden, so Thomas Bucher im Gespräch mit all-in.de: "Jetzt ist einfach der richtige Zeitpunkt". Außerdem müsse man auch die Realität sehen: "Der Hunger nach der Natur wird so groß, dass wir den Standpunkt verändern mussten."

Situation in Alpenvereinshütten

Die Alpenvereinshütten sind in Deutschland und Österreich aufgrund der behördlichen Auflagen derzeit geschlossen. In Österreich öffnen sie für die Bewirtung am 15. Mai. Wann die Alpenvereinshütten des DAV in Deutschland aufmachen, ist noch nicht klar.  

Fenster-Verkauf

Doch bereits jetzt bieten einzelne private Hütten einen Fensterverkauf an, wie beispielsweise die Ostlerhütte am Breitenberg in Pfronten. "Sie verhalten sich im Rahmen des Gesetzlichen", sagt Bucher. "Jeder versucht, zu überleben". 

Wie geht es weiter? 

In Österreich habe der Alpenverein die Vorschläge für ein Konzept der Wiederaufnahme des Hüttenbetriebes bereits an das Ministerium weitergegeben. Eine Antwort stehe noch aus. 

Inzwischen sind auch in Deutschland Vorschläge erarbeitet worden, die sich an den österreichischen Empfehlungen orientieren. Der DAV hat diese Ideen aber noch nicht an die Bayerische Staatsregierung weiter gegeben, das geschehe vermutlich nächste Woche, so Bucher. 

Ist eine Fahrt von Ulm bis nach Oberstdorf in die Berge erlaubt? 

Ein User hat sich bei uns gemeldet und gefragt, ob er von seinem Wohnort Ulm zum Wandern in die Berge nach Oberstdorf fahren darf. Die Antwort des Pressesprechers: "Das ist ihm selbst überlassen." Eine Grenze des Kilometerumkreises bis zum Berg gebe es nicht. Ob die Polizei tatsächlich auf den Berg geht, um die Abstandsregeln zu kontrollieren, wisse Bucher nicht. 

"Bleibt´s dahoam, der Berg rennt nicht weg" 

Thomas Bucher betont nochmals: "Wanderungen waren nicht verboten, sondern nicht erwünscht." Bislang hatte der DAV appelliert, nicht in die Berge zu gehen und sich an der frischen Luft in der Umgebung zu bewegen. 

Bergwacht appelliert: Bitte keine Bergausflüge unternehmen

Weitere Informationen

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Deutschen Alpenvereins. 

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