Waldorf-Schule soll im Jahr 2008 starten

Rieden/Ostallgäu | mab | Konkretere Formen nimmt das Vorhaben des Vereins 'Ita Wegmann - Impuls Allgäu' an, der - wie berichtet - beabsichtigt, für den Bereich Kaufbeuren, Ostallgäu und Unterallgäu eine Waldorfschule ins Leben zu rufen. 'Der Verein ist nun offiziell eingetragen', so der Vorsitzende Dr. Markus Gerum (Friesenried). 'Wir suchen jetzt Eltern, die uns gegenüber offen ihr Interesse bekunden.' Dabei handle es sich nicht um eine Anmeldung, eher gehe es darum, gegenüber den Genehmigungsbehörden einen bestimmten Bedarf zu dokumentieren. Der Schulbetrieb soll in einem Jahr aufgenommen werden.

Als Standort für die Einrichtung ist die jetzt leer stehende Hauptschule in Rieden vorgesehen. Bürgermeister Ludwig Landwehr betonte, dass sich die Gemeinde selbst an den Verein gewandt habe, um einen Nachnutzer für das Gebäude zu bekommen. Auf Geheiß des Kultusministeriums müssen die 90 Riedener Hauptschüler nämlich ab jetzt nach Germaringen fahren. 'Und das, obwohl wir in den vergangenen Jahren 300 000 Euro in die Schule gesteckt haben. Nun steht das Gebäude leer', meint er kopfschüttelnd. Das Schulhaus gehöre der Gemeinde, nicht dem entsprechenden Schulverband. 'Es wäre für uns ein Glücksfall, wenn das mit der Waldorfschule klappen würde.' Ohne den Entscheidungen des Gemeinderates vorgreifen zu wollen, betonte er, dass er sich dafür einsetzen werde, dass die Gemeinde dem Verein in der Anfangszeit etwas 'unter die Arme' greifen wird.

Das ist auch die Hoffnung Gerums. 'Eine schwierige Zeit ist der Start.' Wenn Rieden keine hohen Mietforderungen stelle, erleichtere dies das Vorhaben schon einmal grundsätzlich. Ohnehin hänge viel vom Geld ab: 'Es gibt Fördergelder vom Staat, aber anfänglich nur in einem reduzierten Umfang.' Den Rest müssen die Eltern in Form von Schulgeld zahlen. Gerum spricht von zunächst etwa 200 Euro im Monat, es könnte aber auch mehr sein, wobei Härtefallregelungen vereinzelt denkbar wären. Zudem müssen die Eltern ihre Sprösslinge in der Regel selbst täglich nach Rieden befördern.

Laut Landwehr sei die Gemeinde verkehrstechnisch nicht besonders gut angebunden. Sollten sich genügend interessierte Eltern melden und die Genehmigung erfolgen, würde der Betrieb mit dem Schuljahr 2008/2009 beginnen. 'Man startet dabei zunächst einmal als Grundschule und visiert dann als Träger im Laufe der Zeit den Hauptschulabschluss an.' Je nachdem, wie sich die Sache entwickle, könnten Schüler eines Tages auch das Abitur in Rieden ablegen.

Das Recht, eine Privatschule zu gründen, leitet sich aus Artikel 7 des Grundgesetzes ab. In Bayern müssen dabei spätestens vier Monate vor Unterrichtsbeginn die erforderlichen Unterlagen bei der jeweiligen Schulaufsichtsbehörde eingereicht werden.

Laut Gerum stehen die Zeichen nicht schlecht für Waldorf-Schulen: 'Das normale achtstufige Gymnasium gilt als schwierig und hat Kritiker.' Benachbarte Waldorf-Schulen wie Landsberg hätten gar Wartelisten. 'Und Rieden wäre geografisch für den Bereich Ost- und Unterallgäu nicht schlecht gelegen.'

Wer sich vorstellen könnte, sein Kind ab 2008 in Rieden auf eine Waldorfschule zu schicken, kann sich unverbindlich unter Telefon (08261) 21420 melden. Der Verein möchte so eine Zahl an Interessenten ermitteln, mit der er dann in Verhandlungen mit den Genehmigungsbehörden treten kann.

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