Westallgäu
Waldkindergarten geplant

Im Westallgäu hat sich eine Elternintiative gebildet, die einen Waldkindergarten ins Leben rufen will. Starten soll er im Frühjahr. Peter Mittermeier hat darüber mit Evelyn Zürn aus Röthenbach, eine der beteiligten Mütter, gesprochen.

Wer verbirgt sich hinter der Initiative?

Evelyn Zürn: Wir sind eine Gruppe von Eltern, die bereits eine kleine Spielgruppe betreibt. Viele von uns kommen aus dem sozialen Bereich, darunter sind zwei Erzieherinnen und eine Waldpädagogin.

Warum streben sie überhaupt einen Waldkindergarten an?

Zürn: Für uns ist die Pädagogik der Hauptantrieb. Wir sind überzeugt, dass es für unsere Kinder das Beste ist. Bewegung ist die Grundlage für jede Entwicklung, egal ob es um die Feinmotorik oder die geistige Entwicklung geht. Das ist ein Aspekt. Der andere ist das soziale Miteinander. Es wird in einem Waldkindergarten sehr stark gefördert. Die Kinder lernen einen ganz anderen Umgang miteinander und mit der Natur.

Die Kinder sind die immer im Freien?

Zürn: Ja, auch wenn sich das mancher nicht vorstellen kann. Für die Kinder ist das kein Problem, wenn sie richtig gekleidet sind. Waldkindergärten sind wissenschaftlich untersucht worden und längst fachlich anerkannt. Beispiele gibt es auch in der Region, unter anderem in Lindau. Der dortige Wald- und Seekindergarten besteht seit zwölf Jahren.

In Lindau herrscht aber vor allem im Winter ein anderes Klima?

Zürn: Der Winter ist im Westallgäu natürlich manchmal ein Problem. Es wird Tage mit viel oder schwerem Schnee geben, an denen Kinder und Erzieherinnen nicht ins Freie können. Für diese Tage benötigen wir einen Raum, in den wir ausweichen können. Ähnlich handhaben es alle Waldkindergärten.

Es gibt beispielsweise auch in Buchenberg eine Gruppe, dort liegt nicht weniger Schnee als im Westallgäu. Ich denke, in den Gemeinden hier gibt es viele Räume, die als Ausweichquartier in Frage kämen.

Wo wollen Sie den Waldkindergarten ansiedeln?

Zürn: Wir sind sehr flexibel und noch nicht an einen Ort gebunden. Es wird auch davon abhängen, wo die Eltern wohnen, deren Buben und Mädchen zu uns kommen sollen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Zürn: Wir sind jetzt an dem Punkt, wo wir den Bedarf und die Wünsche der Eltern abklären. Im Oktober wird es eine Informationsveranstaltung geben. Genauer Termin und Ort stehen aber noch nicht fest. Ziel ist es, mit einer Gruppe im Frühjahr zu beginnen und im Herbst die Anerkennung zu haben.

Wer soll Träger des Kindergartens sein?

Zürn: Wir sind ganz offen, wollen aber in jedem Fall eine unabhängige Einrichtung sein. Kirchen kommen deshalb für uns nicht in Frage. Wenn eine Gemeinde sagt, sie kann sich eine Zusammenarbeit mit uns vorstellen, fänden wir das toll. Ansonsten kommt auch ein Förderverein in Frage oder der Landesverband der Waldkindergärten. Ein Waldkindergarten ist eine Bereicherung für jeden Ort und das ganze Westallgäu, weil es das pädagogische Spektrum erweitert.

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