Betzigau
Waldbesitzer sollen mehr Holz liefern

Auf ein wechselvolles Jahr kann die Waldbesitzervereinigung (Wbv) Kempten zurückblicken. Trotz aller Bemühungen habe man die Anforderungen der Sägewerke nicht erfüllen können, hieß es bei der Jahresversammlung in Betzigau. Besonders die Holzwerke Pröbstl hätten unter dem Warten der Waldbesitzer auf bessere Holzpreise gelitten. Das Unternehmen setze auf Holz aus der Region und damit auf 22 Wbv- und Forstbetriebsgemeinschaften der Privatwaldbesitzer, die 67 Prozent der Liefermenge abdecken.

Besorgt wirkte auch Wbv-Vorsitzender Ignaz Einsiedler. Er bezeichnete die Vermarktungsgenossenschaft «in.Silva» und die Beteiligung an der Waldsäge Fuchstal als «Brückenkopf in die Zukunft», musste aber einräumen, dass nicht alle Anforderungen der Sägewerke erfüllt werden konnten. Der geschäftsführende Gesellschafter Helmut Pröbstl von den gleichnamigen Holzwerken erläuterte, wie er dem «Holz nachjammern musste», obwohl man «alles nehme».

Der als «Leuchtturmprojekt der Waldbesitzer» gefeierte Einstieg in die Wertschöpfungskette der Verarbeiter mit dem Projekt «Waldsäge Fuchstal» laufe trotz aller Appelle nur schleppend. Statt der erhofften zwei Millionen Euro Anteil zur Finanzierung wurden bei einem Investitionsbedarf von 6,3 Millionen bisher lediglich 850000 Euro gezeichnet. Eine erhebliche «Unterdeckung», die das Unternehmen eine Million Euro für den zusätzlichen Finanzierungsbedarf koste.

«Wir als Mittelständler wollen unsere Mitarbeiter auch in Krisenzeiten halten, dafür brauchen wir Unterstützung», appellierte Pröbstl an die Waldbesitzer, notwendige kontinuierliche Lieferung zu gewährleisten. Das Problem sei der Zusammenbruch des Schnittholzexports. Die Waldbesitzer meinten, bei einem Mischpreis von 40 Euro blieben 20 Euro und das bei einem Produkt, das von mehreren Generationen gepflegt werde. Gerade daran aber hapere es bei einigen, mahnte Einsiedler.

Steigende Mitglieder

Im Geschäftsbericht verkündete. Geschäftsführer Markus Romer eine Zunahme bei den Mitgliedern auf 1622 (2007: 1583) und der Waldfläche auf 9262 Hektar (2007: 9170). Rückläufig sei die Holzvermarktung.

Zur Zukunft der forstlichen Zusammenschlüsse erklärte Alfons Leitenbacher vom bayerischen Forstministerium, er stütze die Wbv-Verantwortlichen, die vor einer einseitigen Fixierung auf den Holzpreis warnen. Dr. Ulrich Sauter, Bereichsleiter Forsten im Amt für Landwirtschaft berichtete über die Gründung des Vereins «Wald.Holz.Land Allgäu». Ziel sei die Errichtung eines Kompetenzzentrums in Immenstadt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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