Waldbach-Ufer soll Fluten standhalten

Görisried | sem | Vorsichtig geschätzt kommen auf die Gemeinde Görisried Kosten in Höhe von rund 600 000 Euro zu, um den Waldbach auszubauen. Denn seine Ufer sollen künftig einem Hochwasser wie dem vom Juli standhalten können. Dies hielten Bürgermeister Georg Kugler und Ingenieur Hans-Anton Jäger nach einer ersten Besichtigung der Schäden im Bereich Görisried fest. In der Summe ist auch der Neubau der Brücke oberhalb von Görisried enthalten.

Nach den Hochwassern in den Jahren 1999 und 2002 hat die Gemeinde Görisried reagiert und von 2002 bis 2005 in drei Bauabschnitten rund 500 000 Euro in die Uferverbauung des Waldbaches gesteckt. Die durch das Hochwasser 2005 verursachten Schäden wurden dabei mit bereinigt. Beim erst kürzlich niedergegangenen Unwetter (wir berichteten) fielen laut Kugler innerhalb von vier Stunden über 100 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Großes Einzugsgebiet

Das Problem der Gemeinde sei, dass ab der B 309 alles Wasser - auch aus den Nachbargemeinden Oy und Mittelberg - in Richtung Wald- und Hornbach abfließt. Dazu komme, dass der Hornbach kurz vor Görisried in den Waldbach münde. Dadurch erreichte der Waldbach eine Wasserhöhe wie seit 1943 nicht mehr. Drei von vier vorhandenen Stegen über den Waldbach wurden durch die Wassermassen abgerissen, 16 Häuser überschwemmt.

Wie berichtet, wurde an einige der Betroffenen bereits eine staatliche Soforthilfe ausbezahlt. Diese Soforthilfe ist der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer zu verdanken, die dafür sorgte, dass das nur für Franken gedachte Soforthilfeprogramm auch den im Landkreis Ostallgäu Betroffenen zu Gute kommt. Jeder vom Juli-Unwetter Betroffene kann also über das Landratsamt Soforthilfe vom Staat beantragen.

Bayern gewährt Soforthilfe

Auch der Gemeinde Görisried wurden bei einer ersten Besichtigung der Schäden durch Vertreter des Wasserrechtsreferats beim Landratsamt und des Wasserwirtschaftsamts Kempten aus dem Soforthilfeprogramm 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten zugesagt. Doch sieht sich die finanzschwache Gemeinde bei dieser Zuschusshöhe nicht in der Lage, diese Kosten zu schultern und die Schäden zu beheben.

Zwar hat die bis 2005 durchgeführte Uferverbauung größtenteils dem Wasser standgehalten. Trotzdem wurden an etlichen Stellen die tonnenschweren Steine hinterspült und herausgerissen. Denn unterhalb der Ortschaft war das ganze Tal überschwemmt, wie Geröllreste und Wurzelwerk in den Wiesen zeigen. Bei der Begehung mit den Fachbehörden wurde von Anliegern auch der Wunsch geäußert, die Waldbachufer innerhalb der Ortschaft so zu erhöhen, dass die Häuser möglichst nicht mehr überschwemmt werden können. Dieser Bürgerwunsch werde sehr ernst genommen, betonte Kugler. Die Möglichkeiten dafür werden genauestens geprüft. Inzwischen ist aber das Programm, mit dem die Verbauung bis 2005 (höher) bezuschusst worden ist, ausgelaufen. Kugler setzt deshalb seine Hoffnung auf die Landtagsabgeordnete Schorer, die sich für die von der Gemeinde seit Jahren gewünschte Einstufung des Waldbachs als Wildbach einsetzen will.

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