Sonthofen / Oberallgäu
Wahlkampffreie Jahre für den Aufbruch nutzen

Drei Jahre ohne Wahl: Dem frisch gewählten SPD-Kreisvorsitzenden Jörg Hilbert verschafft das etwas Luft dafür, seine gebeutelte Parteibasis mit neuem Schwung wieder auf die Beine zu stellen. Sein Vorgänger Bernd Haberkorn konnte davon nur träumen. In seiner vierjährigen Amtszeit lagen fünf aufreibende Wahlen mit schlechten bis katastrophalen Ergebnissen für die SPD.

Bei der Kreisversammlung im gemütlichen Gasthof Fluhenstein hielten die Genossen am Donnerstagabend deshalb scharfe Kritik an den Partei-Bossen beileibe nicht zurück - und diskutierten offen miteinander. So wandte sich Haberkorn leidenschaftlich gegen ein Regieren um den Preis fauler Kompromisse nach dem Müntefering-Motto «Opposition ist Mist». Das gelte nicht für eine Partei, deren Ideale von Gerechtigkeit «in einer kapitalistischen Gesellschaft nie vollständig realisierbar» seien. Die SPD sei nicht «einfach nur an der Macht interessiert.» Ganz so wollte Kreistags-Fraktionschef Lothar Seidel das freilich auch wieder nicht stehen lassen: In Koalitionen seien Kompromisse nötig. Und gar nicht an die Macht zu wollen, sei ihm dann doch «zu einfach».

Wie auch immer - der neue Kreischef blies zum Aufbruch: Gerade weil die Basis oft anders denke als die Parteispitze, müsse «die Basis den Menschen auch sagen, was sie denkt.»

Die Partei müsse sich im Oberallgäu auf ihre Stärken besinnen und vor allem stärker in die Öffentlichkeit drängen. Da gerade kleine Ortsvereine dabei schnell an Grenzen stoßen, wolle man stärker zusammenarbeiten und die Kräfte bündeln: Große Ortsvereine sollten die kleinen an der Hand nehmen: «Wir müssen die bestehenden Ortsvereine fördern, ihre Kapazitäten rauskitzeln.»

Zum Beispiel funktioniere das von den Ortsvereinen Oberstdorf, Sonthofen und Hindelang gemeinsam organisierte «Oberallgäu-Forum» mit interessanten Referenten zu aktuellen Themen inzwischen «hervorragend». Hilbert schlug vor, ein solches Forum auch im nördlichen Landkreis zu etablieren. Auch ihre Kontakte zu den Gewerkschaften müsse die Oberallgäuer SPD dringend wieder verbessern.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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