Kempten
Wahl zum Sportler des Jahres ein Motivationsschub für die Paralympics

«Das ist eine zusätzliche Motivation für die Paralympics», meinte Gerd Gradwohl nach seiner Wahl zum Kemptener Sportler des Jahres. Der sehbehinderte Skirennläufer, der 2009 den Weltmeister-Titel geholt dazu noch den Gesamtsieg im Abfahrts-Weltcup gefeiert hatte, will es im März bei den Weltbehindertenspielen in Vancouver/Kanada nochmal wissen. «Es schaut inzwischen wieder ganz gut aus», macht er sich und seinen Fans Mut.

Der Schien- und Wadenbeinbruch, den sich der 50-Jährige im Sommertraining bei einem Sturz in einer Skihalle zugezogen hat, ist mittlerweile gut verheilt. «Ich bin erstmals ohne Schmerz auf dem Ski gestanden», sagt Gradwohl zum Saisondebüt letzte Woche in Sestriere/Italien, das mit Platz fünf in der Abfahrt vielversprechend endete.

Vor vier Jahren Gold geholt

An gleicher Stelle in Sestriere hatte der Kemptener vor vier Jahren seine Sternstunde erlebt, als er im Abfahrtslauf hinter seinem Begleitläufer Karl-Heinz Vachenauer mit Tempo 100 ins Ziel raste und die Goldmedaille bei seiner ersten Paralympics-Teilnahme gewann.

Gradwohl, der unter einer sogenannten Makulade-Generation leidet und über ein Restsehvermögen von circa fünf Prozent verfügt, verzichtete in Sestriere nach Platz fünf in der Abfahrt auf einen Start in den anderen Disziplinen. Aus mentalen Gründen, aber auch weil er bei der Sportgala im Kemptener Stadttheater dabei sein wollte.

Mit 100 Sachen durch den Nebel

«Das erste Rennen nach der Pause war sehr anstrengend, weil ich mich unwahrscheinlich konzentrieren musste», so Gradwohl, der Vachenauer als dunklen Punkt auf weißem Untergrund vor sich sieht und sich so orientiert. Kaum einer im Feld der sehbehinderten Skirennläufer könne sich derart überwinden wie sein Teamkollege, sagt Vachenauer über Gradwohl. «Das ist, wie wenn du bei brutalem Nebel mit 80, 100 Stundenkilometer runterfährst.»

Gradwohl, der mit seiner Frau Nada in Kempten eine Physiotherapie-Praxis betreibt, will sich in den nächsten Wochen aufs Krafttraining konzentrieren, um die Muskulatur am verletzten Bein zu stärken. «Da fehlt es noch.» Doch Gradwohl, der als großer Kämpfer gilt, ist sich sicher, dass er das Problem bis zu den Paralympics in den Griff bekommt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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