Buchloe / Ostallgäu
Während der Ferien ins Pflegeheim

Ausspannen? Einfach in den Urlaub fahren? Die kranke Mutter einfach abgeben? Die meisten Menschen, die einen Familienangehörigen - ob alt oder jung - zu Hause pflegen, kennen diese Sorgen. Dabei ist die häusliche Pflege ein 24-Stunden-Job. An 365 Tagen im Jahr. «Dass Eltern und Geschwister dann auch mal für ein paar Wochen eine Auszeit brauchen, ist selbstverständlich», meint Renate Grenwelge, Leiterin des Haus «Schatzinsel» in Dillishausen. «Das ist ihr absolutes Recht und sie brauchen dabei auch kein schlechtes Gewissen haben», sagt sie weiter.

20 Plätze hat das Pflegeheim für geistig und mehrfach behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Dillishausen zur Verfügung. Sechs davon seien für die Kurzzeitpflege reserviert, erklärt Grenwelge: «Die Nachfrage ist allgemein sehr hoch, während der Ferienzeit jedoch besonders.»

Ein Großteil der Buchungen erfolge daher bereits im vorhergehenden Herbst, meist von Stammkunden, die jedes Jahr einen Angehörigen in die vorübergehende Pflege des Heims geben.

Pflegeversicherung hilft

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt - unabhängig von der Pflegestufe (siehe Infokasten) - dafür bei Erwachsenen jährlich maximal 1470 Euro, bei Kindern und Jugendlichen (bis zum 19. Lebensjahr) 2800 Euro. Zudem bestehe die Möglichkeit, den Bezirk zu involvieren und von dort Zuschüsse zu erhalten, erläutert Grenwelge.

Zuvor müssten jedoch die Mittel der Pflegekasse erschöpft sein. Und selbst dann würde oftmals noch von Fall zu Fall entschieden, ob eine zusätzliche Unterstützung erfolgt.

Eigenanteil für Verpflegung

Zudem verlangen viele Pflegeeinrichtungen von den Patienten einen kleinen Eigenanteil für Unterkunft und Verpflegung. In Dillishausen ist dies nicht der Fall. Im Senioren- und Pflegeheim Waal hingegen beläuft sich dieser auf 15,14 Euro pro Tag, im Schwesterhaus in Buchloe auf 16,64 Euro. Zudem erheben beide Einrichtungen einen Tagesbeitrag für angefallene Investitionskosten.

Sowohl in Waal (70 Pflegeplätze) als auch in Buchloe (85 Pflegeplätze) steht Kurzzeitpflege jedoch nicht permanent auf der Tagesordnung. Beide Häuser bieten mit ihrer vollstationären Ausrichtung nur eine so genannte «eingestreute» oder «situative» Kurzzeitpflege an. Das heißt: Für Kurzbesucher sind keine speziellen Plätze vorgesehen. «Lediglich wenn ein langfristiger Platz vorübergehend frei wird, können wir einen Kurzzeitpflegepatienten aufnehmen», erklärt Heimleiter Karl Gebler. Im laufenden Jahr war dies in Waal zehnmal möglich, in Buchloe hingegen nur fünfmal. «Wenn im August und September dann traditionell vermehrt Anfragen kommen, müssen wir die Angehörigen der Patienten oft an andere Häuser in der Umgebung verweisen», so Gebler.

Ein Umstand, der sich in naher Zukunft nach Möglichkeit jedoch ändern soll: «Im Zuge der Sanierung des Pflegeheims in Buchloe ist angedacht, auch das Kurzzeitpflegeangebot auszubauen», erzählt Gebler. Die Region werde mit Sicherheit davon profitieren.

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