Inkontinenztag
Vorträge und Ausstellung über Inkontinenz im Immenstädter Gesundheitszentrum

Eine fröhliche Frau springt auf einem Trampolin. Darüber steht den Spruch 'Alles unter Kontrolle!' Mit diesem optimistischen Bild beendete Dr. Marita Anwander ihren Vortrag beim Immenstädter Inkontinenztag.

Die Oberärztin der Frauenklinik Kempten hatte sich mit Senkungen im weiblichen Unterleib und Harninkontinenz auseinandergesetzt. Etwa 60 Interessenten fanden trotz sonnigen Herbstwetters den Weg ins Gesundheitszentrum Immenstadt (GZI), um sich über Beckenboden, Reizblase und Inkontinenz zu informieren.

Dazu eingeladen hatten Claudia Hailer, Frauenärztin im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Immenstadt, sowie die Praxen für Urologie und Proktologie im GZI.

Die Muskulatur des Beckenbodens und ihr Training waren für viele Besucher offenbar ein Thema. So wie für eine 45-jährige zweifache Mutter aus Rettenberg, die unter einer Senkung ihrer Gebärmutter leidet. Die Beckenbodengymnastik hatte es ihr angetan, mit der Gesundheitspädagogin Brunhilde Schmidt die Referate eröffnete.

Ratschlag: Übungen in den Alltag integrieren

Sich krümmen vor Lachen sei bei einer schwächeren Muskulatur nicht empfehlenswert, meinte Schmidt. Besser sei es, sich beim Lachen oder Niesen gerade zu halten. Sie legte den Zuhörern nahe, die Übungen in den Alltag zu integrieren – beim Zähneputzen, Autofahren oder an der Kasse.

Mit der Reizblase beschäftigte sich Dr. Martin Daufratshofer, Urologe im MVZ. Eigens aus Missen war ein 79-jähriger Rentner angereist, der, wie er sagt, Probleme beim Wasserlassen hat. Ein komplizierter Vorgang, wie der Mediziner feststellt: 'Da braucht’s nicht viel, dass es durcheinander kommt.'

Ursachen können Störungen des Nervensystems sein, die bei Krankheiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose auftreten, Entzündungen oder mechanische Reizungen wie eine Prostatavergrößerung.

An Therapien bieten sich etwa Beckenbodengymnastik, Medikamente oder auch Botoxspritzen an.

Über verschiedene operative Maßnahmen einschließlich der Verwendung von Netztechniken, die seit rund sieben Jahren gebräuchlich seien, berichtete die Kemptener Oberärztin Anwander. Sie informierte aber auch über Möglichkeiten, die Beschwerden 'ohne Messer' zu lindern – mithilfe von Pessaren oder einer lokalen Hormonbehandlung.

Oft möglich, ohne Operation zu heilen

Dr. Michael Maurus, Proktologe im GZI, sprach in seinem packenden Kurzvortrag über die Stuhlhalteschwäche, von der Menschen über 65 zu elf bis 13 Prozent betroffen seien. Er machte den Besuchern Mut: 90 Prozent der Betroffenen können ohne Operation geheilt werden oder eine Verbesserung spüren.

Die Veranstaltung wurde ergänzt durch eine kleine Ausstellung im Foyer. Dort gab es Antworten auf die Frage 'Ist Ihre Blase schneller als Sie?'

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