Hospizverein
Vorsitzender des Hospizvereines KaufbeurenOstallgäu muss noch einmal gewählt werden

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Noch einmal gewählt werden muss Karl-Heinz Wenzel zum Vorsitzenden des Hospizvereines Kaufbeuren/Ostallgäu. Eigentlich hatten ihn die Mitglieder bei der Jahresversammlung am 1. März bereits zum Vereinsleiter bestimmt. Doch da Wenzel zu diesem Zeitpunkt formal dem Hospizverein noch nicht angehörte, muss die Wahl aus Sicht des Registergerichtes nachgeholt werden, so Wenzel. Dafür ist erneut eine Versammlung für die rund 530 Mitglieder einzuberufen – den Plänen nach am 10. Mai.

Auslöser für diese etwas eigentümliche Situation ist wohl ein Schreiben des vorhergehenden Vorsitzenden Dr. Andreas Knie, der nach Querelen im Verein nicht mehr zur Wahl angetreten war (unter anderem hatte eine festangestellte Palliativfachkraft mit Kritik an seinem Führungsstil gekündigt).

Knie, der noch amtierender Vorsitzender der Hospizstiftung ist, hatte an das Registergericht geschrieben, darauf hingewiesen, dass Karl-Heinz Wenzel zum Wahlzeitpunkt gar nicht Vereinsmitglied war und wollte wissen, ob dieser nun überhaupt als Vorsitzender in das Vereinsregister eingetragen ist.

Das wäre aus Knies Sicht Voraussetzung, um ihm auch die Geschäfte der Stiftung übertragen zu können. Im Gefolge forderte das Gericht den Verein auf, die Sache zu klären, sprich: den Vorsitzenden Wenzel, der dann Mitglied sein muss, ordnungsgemäß zu wählen.

Wenzel stellt sich auf den Standpunkt, dass dieser Bürokratismus nie entstanden wäre, wenn Knie nicht ans Registergericht geschrieben hätte.

Beide sprachen sich aber nun in Gegenwart der AZ aus. 'Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich diesen Brief ans Gericht nie geschrieben', sagt Knie. Er weist entschieden Gerüchte zurück, er habe seinem Nachfolger Probleme bereiten wollen und ihn bei Gericht gar hingehängt. 'Ich war doch heilfroh, dass Herr Wenzel Vorsitzender wurde, weil ich ihn für den geeigneten Mann halte. Ich habe ihn ja selbst gewählt.'

Knie ist nach wie vor einfaches Mitglied des Vereins und gemäß Satzung seit dem Wahlabend nicht mehr Vorsitzender. Die Geschicke des Vereins werden bis zur Wahl von der Zweiten Vorsitzenden Traudl Echter-Burkhardt geleitet.

Weggang der vier angestellten Palliativfachkräfte

Wenzel möchte, dass der Hospizverein bis Herbst wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt. Durch den Weggang der vier festangestellten Palliativfachkräfte fehlen dem Verein Zahlungen der Pflegekassen im fünfstelligen Bereich, zu dem diese gesetzlich verpflichtet seien, solange hauptamtliche Fachkräfte beschäftigt werden. Eine Neueinstellung sei aber bereits erfolgt und Wenzel ist sich sicher, dass er die offenen Stellen nachbesetzen kann.

Die eigentliche Arbeit des Vereins, die Betreuung schwer- und todkranker Menschen auf ihrem letzten Weg, laufe ungeachtet der Schwierigkeiten problemlos weiter. Das liege vor allem an den rund 70 ehrenamtlichen Hospizhelfern, die auch weiter ganz normal ihrer selbst gewählten Aufgabe nachkämen.

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