Winterrisiken
«Vorsicht Dachlawine»

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Trotz vereinzelter Sonnenstrahlen, der Winter hat uns fest im Griff. Ungemach droht demjenigen, der seiner Sicherungspflicht auf Gehwegen nicht nachkommt. Stürzt ein Fußgänger, könnten nämlich Schadensersatzansprüche ins Haus flattern. Umgekehrt gilt: Wenn Schnee vom Dach rutscht und einen Passanten trifft, kann dieser in der Regel den Hausbesitzer nicht haftbar machen. Vorausgesetzt, der Hauseigentümer hat mit einem entsprechenden Schildchen vor Lawinen gewarnt. Dann ist er auf der sicheren Seite. Der Hausbesitzer muss also nicht selbst aufs Dach steigen und den Schnee herunterschaufeln. Die Warnschilder, die übrigens auch Eiszapfen mit einschließen, müssen laut Eberhard Ernst, Vorsitzender des Vereins Haus und Grund in Kempten, entlang des Gebäudes angebracht werden, am besten an schräg gestellten Latten, die den Gefahrenbereich markieren.

Werde ein Fußgänger von einer Dachlawine oder eben herunterfallenden Eiszapfen getroffen, müsse er dem Hausbesitzer «grobe Fahrlässigkeit» nachweisen, so der Experte. Ist das der (seltene) Fall, werde die private Haftpflichtversicherung tätig. Eiszapfen werde jedoch jeder «vernünftige» Hauseigentümer beseitigen, auch um sich selbst oder die Mieter nicht zu gefährden, sagt Ernst.

Wer wann und wie oft räumen muss

Gewisse Risiken bringe der Winter mit sich, meint der Vereinsvorsitzende und empfiehlt Fußgängern auch mal einen Blick nach oben, wenn sie Hausdächer passieren.

Eher nach unten schauen sollte, wer sich im Winter auf rutschigem Grund bewegt. Zwar unterliegt jeder Hausbesitzer der Räum- und Streupflicht, aber nicht alle fühlen sich in die Pflicht genommen. Wann, wie oft und wie geräumt und gestreut werden muss, regeln die Kommunen selbst.

Laut einer Umfrage der Allgäuer Zeitung halten sich die meisten Gemeinden im Oberallgäu an eine Mustersatzung. Darin ist geregelt, dass generell werktags von sieben bis 20 Uhr und sonntags ab acht Uhr die Gehsteige geräumt sein müssen.

Wenn es sein muss, stündlich zur Schaufel greifen

Bei heftigem Schneefall kann es sein, dass man sogar stündlich zur Schneeschippe greifen muss. Und wer tagsüber zum Arbeiten geht, muss dann jemanden dafür beauftragen. Geräumt werden muss auf einer Breite von ungefähr einem Meter. Wer zusätzlich streut, darf in der Regel nur zu Split, Sand oder Asche greifen. Salz ist tabu, außer bei Blitzeis, an Steigungen oder auf Treppen.

Und wenn ein Hausbesitzer die Schaufel gar nicht in die Hand nimmt? Falls ein Fußgänger auf solch ungeräumtem Weg ausrutscht und sich verletzt, «zahlt nicht immer und in jedem Fall die Gebäudehaftpflicht- oder die private Haftpflichtversicherung», sagt Ernst. Die Versicherungen werden «in der Regel überprüfen, ob der Hausbesitzer seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist». (vk/sir)

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