Sonthofen
Vorläufig rollt der Stadtbus weiter

Die Zukunft des Sonthofer Stadtbusverkehrs ist weiter offen und entwickelt sich nach mehrfachen Beratungen zur endlosen Geschichte. Da platzte in der jüngsten Ratssitzung manchem ehrenamtlichen Kommunalpolitiker der Kragen. «Ein Jahr ist vergangen, und nichts ist passiert», schimpfte etwa Ingrid Fischer (Grüne). Für Unmut sorgt auch, dass offenbar die Kommunikation zwischen Busunternehmer und Stadtverwaltung klemmt.

Weil in fast jeder Sitzungsunterlage stehe, dass der Unternehmer keine detaillierten Zahlen vorlege, müsse man an andere Firmen herantreten, sagte Walter Hasemann (SPD). «Es läuft einfach nicht», befand Karl-Heinz Walter (CSU) nach zehn Jahren Stadtbus, in denen immer irgendwas nicht geklappt habe. Mit einem erfolgreichen Stadtbus hätte man andere Zahlen, sagte Michael Borth (Grüne). «Nur ein ausgelasteter Bus ist umweltfreundlich.»

Letztlich beschloss der Rat mit 19:8 stimmen, den Stadtbusverkehr entgegen einer früheren Empfehlung noch nicht einzustellen, sondern - bis längstens Juni - beizubehalten. Allerdings erhält der Vertrag ein Sonderkündigungsrecht. Parallel soll die Verwaltung bis Januar Berater suchen, die ein neues Konzept erarbeiten. Das wäre dann in den bestehenden Vertrag mit dem Sonthofer Busunternehmer einzuarbeiten.

«Externe Unterstützung» hält Bürgermeister Hubert Buhl (FW) für nötig: Man könne nicht alles selbst erarbeiten. Zusätzlich kompliziert macht die Angelegenheit eine 2007 beschlossene EU-Verordnung. Denn künftig sind solche Verkehrsverträge Sache der zuständigen Behörde - hier das Landratsamt. Die Sonthofer Lösung klappt nur, wenn die Stadt den neuen, bis zum Jahr 2019 befristeten Vertrag noch vor dem 3. Dezember abschließt. Für Buhl ist das wichtig, damit der öffentliche Nahverkehr in städtischer Hand bleibt.

Keinen Grund für einen eiligen Beschluss sah Dr. Bernd Heimhuber (FW) und wollte erst Rechtssicherheit, ob das geplante Vorgehen auch klappt. Zudem könnte man den Busverkehr ja über das Landratsamt beauftragen, solange man bezahle. Oder man überlasse das Thema gleich dem Landkreis und spare sich 15000 bis 20000 Euro Beraterkosten, meinte Hans Strobach (CSU).

Bei Regressforderungen sei das «ungünstige Dreiecksverhältnis» zwischen Rathaus, Kreisbehörde und Busfirma aber hoch kompliziert, so Anja Bader (CSU).

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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