Wertach
Vorfahrtsregel verwirrt Fahrer

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Seit etwa drei Wochen ist in Wertach im Ortszentrum der Verkehr beruhigt (wir berichteten). Aber offenbar sind nicht alle Wertacher besonders glücklich mit der neuen Verkehrssituation. Einige wollen sich gar zusammentun, um eine Unterschriftenaktion gegen die Maßnahmen zu starten.

Einer der Kritiker ist Alfons Huber (49): Er findet, dass durch die neuen Rechts-vor-links-Regelungen chaotische Situationen entstehen. Es finde ein «wahres Schauspiel um die Vorfahrt» statt. Huber erklärt: Treffen an einer Kreuzung Autos von allen Richtungen aufeinander, herrsche Verwirrung über die Vorfahrt. Folge sei ein Stau, weil der Verkehr nicht mehr flüssig laufen kann. Gefährlich schätzt auch Franz Maul (42) die neuen Regeln ein: Es müssten oft Unfälle durch Vollbremsungen verhindert werden, denn gerade Auswärtige hielten sich nicht an «rechts vor links». Und auch Adalbert Mayr, dessen Geschäft an einer Kreuzung liegt, hält das Projekt der Gemeinde für sinnlos: «Durch das ständige Anhalten und wieder Anfahren wird die Umwelt durch Emissionsausstöße belastet. Außerdem steigt die Lärmbelästigung durch Hupkonzerte und Gasgeben».

An einer Unterschriftensammlung gegen den Beschluss des Gemeinderats würde auch Margrit Kögler (34) teilnehmen: «Ich finde die neue Rechts-vor-links-Regel im gesamten Ortskern äußerst gewöhnungsbedürftig und hoffe, dass die Hauptstraße wieder eine Vorfahrtsstraße wird».

Aber nicht alle sind gegen das Verkehrskonzept. Zum Beispiel findet Christa Dieng (66), dass Raser im Ort ausgebremst und somit Unfälle vermieden werden. Und auch Susanne Frensch steht dem Test-Projekt nicht grundsätzlich entgegen: «Die neuen Bestimmungen sind Konsequenzen von Problemen. Man muss abwarten, ob sie auf Dauer eine erfolgreiche Lösung bieten».

Brigitte Dieng (43) ist der Meinung, dass das Konzept zu «entspannterem Fahren» führt und mehr Sicherheit vor allem für Kinder und Senioren bietet.

Im Rathaus bleibt man angesichts der kontroversen Diskussion im Ort gelassen. Der Bürger-Arbeitskreis «Verkehr und Gestaltung» und der Gemeinderat hätten sich durchgerungen, die Verkehrsberuhigung auszuprobieren, also müsse man jetzt erst einmal abwarten, sagt Bürgermeister Eberhard Jehle. Denn schließlich habe man von vornherein vorgehabt, das Verkehrskonzept bis Oktober auszuprobieren und dann die Erfahrungen auszuwerten und mit den Bürgern gemeinsam zu diskutieren, wie es weiter gehen soll. Bisher, so Jehle, habe es noch keinen einzigen Unfall gegeben. Für Unmut sorge vor allem die Rechts-vor-links-Regel, und an die müsse man sich erst gewöhnen.

Mit dem Tempo 30 könnten sich die meisten Bürger anfreunden, ist sich Jehle sicher. Er habe auch schon Anfragen vorliegen, die Tempo-30-Zone noch auszuweiten. Auch die zur Verkehrsberuhigung aufgestellten Blumentröge kämen gut an und seien «sehr ansprechend».

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