Kliniken
Vorerst keine Lohnkürzung für Klinikmitarbeiter

Die Proteste der Ärzte und des Pflegepersonals an den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren hatten Erfolg: Der Verwaltungsrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die geplante Umsetzung eines Sanierungstarifvertrages vorerst nicht weiter zu verfolgen. Damit bleibt allerdings auch die Bestandsgarantie der Krankenhäuser in Buchloe und Obergünzburg bis 2017 in der Schwebe.

Denn diese sollte nur gegeben werden, wenn das Personal in allen fünf Kliniken in Füssen, Marktoberdorf, Kaufbeuren, Obergünzburg und Buchloe mit Gehaltseinbußen zwischen einem und sechs Prozent über einen Zeitraum von zwei oder drei Jahren einverstanden gewesen wäre. In einer Versammlung sprachen sich die Beschäftigten jedoch klar dagegen aus. Daraufhin forderte die Arbeitnehmervertretung den Verwaltungsrat in einem Schreiben dazu auf, davon Abstand zu nehmen – und hatte nun Erfolg.

Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Bosse erläuterte gegenüber der AZ, dass derzeit auch im Hinblick auf die gerichtliche Auseinandersetzung mit Dr.Susanne Schlichtner, in der es wie berichtet um hohe Gehaltsforderungen der gefeuerten Chefin geht, nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Mitarbeiter um Lohnverzicht zu bitten. Zudem müsse das Kommunalunternehmen zunächst klären, wo es mittel- und langfristig strukturell und finanziell stehe.

Das war das eigentliche Thema der Eilsitzung des Verwaltungsrates. Sie war einberufen worden, nachdem bekannt geworden war, dass intern für 2012 mit einem Defizit von 9,3 Millionen Euro gerechnet werde. Daraufhin war ein Sturm der Entrüstung los gefegt, der in der Forderung des Marktoberdorfer Stadtrats gipfelte, die Klinikenführung möge zurück treten, was Vorstandsvorsitzender Ludwig Lederle und Vorstand Dr. Jochim Klasen weit von sich wiesen.

Rückendeckung erhielten sie nun vom Verwaltungsrat. In einer gemeinsamen Presseerklärung wird betont, dass das Kommunalunternehmen der Unternehmensberatung Kienbaum alle Daten 'umfassend, korrekt und belastbar' zur Verfügung gestellt habe. Damit liegt der Schwarze Peter bei Kienbaum. Die engagierten Berater hatten nämlich prognostiziert, dass sich das Defizit der Kliniken durch Sanierungsprozesse um Millionen absenken lasse.

Doch daraus scheint zumindest zügig nichts zu werden. Laut Bosse stehen derzeit 7,5 Millionen Euro Miese für 2012 im Raum. Der genaue Wirtschaftsplan soll aber erst im Dezember verabschiedet werden. Klar ist inzwischen, dass Kienbaum sowohl bei Einsparungen als auch bei Erlösen zu optimistisch gerechnet hat.

Zudem wird den Kliniken künftig höchstwahrscheinlich eine Million Euro pro Jahr Erlös der im Kaufbeurer Klinikum integrierten Privatstation 'Casa Medica' fehlen. Denn der Bund bereite auf Druck der privaten Krankenkassen eine Gesetzesänderung vor, erläuterte Bosse der AZ.

Erst ab 2014/15 soll nach heutigem Stand das Defizit der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren auf zwei bis drei Millionen Euro pro Jahr sinken. Um wenigstens dies zu erreichen, sollen Vorstand und Kienbaum künftig noch intensiver zusammenarbeiten, heißt es in der Presseerklärung.

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