Lamerdingen / Buchloe
«Vorbildliche humanitäre Hilfe»

«Eine Anerkennung ihres außergewöhnlichen und herausragenden Einsatzes.» Mit diesen Worten überreichte Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande an Diplom-Ingenieur Hans-Joachim Gomoll, Geschäftsführer aus Lamerdingen. Pschierer gratulierte bei der Feierstunde im Bayerischen Finanzministerium in München zu dieser vom Bundespräsidenten verliehenen hohen Auszeichnung für Verdienste um das Gemeinwohl.

Außergewöhnliches Engagement

Der Geschäftsführer der IBV Ingenieurgesellschaft für Bau- und Vermessungswesen mbH aus Lamerdingen habe sich durch sein außergewöhnliches Engagement für Kinder verdient gemacht, betonte der Mindelheimer Landtagsabgeordnete in seiner Laudatio. Als erfolgreicher mittelständischer Unternehmer habe sich Gomoll stets seiner gesellschaftlichen Verantwortung gestellt und in seiner Heimat immer wieder soziale und kulturelle Einrichtungen unterstützt. Seit vielen Jahren sei er auch im Wirtschaftsbeirat Bayern engagiert und wache als Rechnungsprüfer mit über die finanzielle Solidität der Vereinigung.

Im Jahr 1985 gründete der Diplom-Ingenieur - als selbst Betroffener - den Verein «Elterninitiative krebskranker Kinder in München », der zum Ziel hat, alle an Krebs erkrankten Kinder, die in München behandelt werden sowie deren Eltern und Geschwister zu unterstützen. Nach seiner Tätigkeit als Rechnungsprüfer wechselte er 1989 in den Vorstand und übernahm von 1991 bis 1997 den Vorsitz.

Das besondere Engagement des Lamerdingers gelte jedoch der Entwicklungshilfe für Kinder in Namibia. «Seit 1992 fördert er dort Projekte, durch die Kindern aus besonders armen Familien der Zugang zu Bildung ermöglicht wird», so der Staatssekretär. 1995 gründete Gomoll den Verein «Kinderhilfe Namibia», dessen Vorsitzender er seither ist.

Ziel des Vereins war es zunächst, den sogenannten «DDR-Kindern», das heißt Kindern und Waisen aus Namibia, die in Ostberlin in Einrichtungen des dortigen Regimes ausgebildet wurden, jedoch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der deutschen Wiedervereinigung ihr Aufenthaltsrecht verloren, weiterzuhelfen. Durch die Vereinstätigkeit habe er in seiner Firma weitere Namibier zu Landvermessern ausgebildet und Ausbildungsplätze in München organisiert. «Aufgrund der von Anfang an erfolgreichen und transparenten Projekte beteiligt sich auch die Hanns-Seidel-Stiftung über ihre Vertretung in Windhoek/Namibia an den Vorhaben und der Arbeit des Vereins.» Die Finanzierung erfolge neben privaten Spenden und beachtlichen persönlichen Zuweisungen Gomolls aus Zuwendungen des humanitären Vereins des Bayerischen Rundfunks und öffentlichen Mitteln des Bundes.

Unermüdlich werbe der Geehrte Mittel für seine Projekte ein, zu denen beispielsweise die Förderung von Kindergärten, die Erweiterung von Schulen, die Finanzierung von Schulspeisungen und Stipendien zählen.

«Einsatz für die Ärmsten»

«Er hat die Projekte stets persönlich mit konzipiert, vor Ort deren Umsetzung überwacht, den Einsatz der Mittel kontrolliert und koordiniert und zudem die Kontakte zur namibischen Regierung und den Verantwortlichen der Region aufgebaut», betonte der Abgeordnete. «Mit seiner persönlichen, langfristig angelegten Initiative leistet er vorbildliche humanitäre Hilfe, die sich als Hilfe zur Selbsthilfe versteht. Sein tagtäglicher Einsatz für die Ärmsten der Armen verdient eine hohe Würdigung.»

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