Vorbilder für die ganze Gesellschaft

Lindau/Westallgäu | ust | Im Rahmen einer Feierstunde hat Landrat Elmar Stegmann Bürger, die im Landkreis Lindau ehrenamtlich tätig sind oder waren, ausgezeichnet. Dabei wurde nicht nur die Arbeit von Edith Krammel (Tierschutz) und Dr. Roland Berlinger (Lebenshilfe), beide aus Lindenberg, besonders gewürdigt, sondern auch das Engagement von 15 Feldgeschworenen und sieben Kreisräten.

«Der Staat soll und kann nicht alle Aufgaben erfüllen, die in einer modernen Gesellschaft erledigt werden müssten, und ist daher dringend auf die Unterstützung ehrenamtlich tätiger Bürgerinnen und Bürger angewiesen», stellte Landrat Stegmann die Wichtigkeit und die Bedeutung des Ehrenamtes gleich zu Beginn seiner Rede in den Vordergrund. Bei der Feierstunde, die am Donnerstag im Rokokosaal des Landratsamtes am Stiftsplatz in Lindau stattfand, erinnerte er auch daran, dass derzeit über ein Drittel der bayerischen Bevölkerung bürgerschaftlich aktiv ist - bei den Jugendlichen sogar die Hälfte, was bundesweit einen Spitzenwert darstellt.

Viele Bereiche der Gesellschaft seien ohne das Mitwirken der Bürger nicht denkbar, dies gelte ganz besonders für das «kulturelle und soziale Gesicht unserer Heimat im Westallgäu und am Bodensee», so der Landrat weiter. Menschen, die sich bürgerschaftlich engagieren, seien Vorbilder für ihre Mitmenschen und die ganze Gesellschaft.

Lindenberger Persönlichkeiten

Zwei solcher Persönlichkeiten standen bei der Feierstunde im Mittelpunkt: Edith Krammel und Dr. Roland Berlinger. Für ihr besonders großes Engagement in den Bereichen Tierschutz und Lebenshilfe erhielten sie das «Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern 2008». Beide waren bereits im Jahr 2000 mit der Verdienstmedaille des Landkreises Lindau ausgezeichnet worden.

Krammel, die in Lindenberg wohnt, ist seit 25 Jahren ehrenamtlich im Vorstand des Tierschutzvereins Lindau tätig, seit 13 Jahren ist sie auch Vorsitzende und die «gute Seele» des Vereins, wie Stegmann bemerkte. Unter anderem hat sie vor rund zehn Jahren durchgesetzt, dass sich die Landkreisgemeinden an den Unterhaltskosten des Tierheims beteiligen. Ferner hat Krammel die Aktion «Nimmst Du mein Tier, nimm ich Dein Tier» gegründet - eine Börse für Tierbesitzer, die im Urlaub ihr Haustier nicht mitnehmen können oder wollen.

Berlinger, der ebenfalls in Lindenberg lebt, ist schon über zwei Jahrzehnte als Vorsitzender ehrenamtlich im Vorstand des Vereins «Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung» aktiv - das zusätzlich zu seinem Hauptberuf als Arzt, einem «Fulltimejob», wie der Landrat ausdrücklich betonte.

In die Zeit von Berlingers Vorstandsarbeit fallen unter anderem die Gründung der «Offenen Behindertenarbeit» und der «Familien entlastende Dienst», der Bau des zweiten und dritten Wohnheims für betreute Menschen in Lindenberg und Röthenbach sowie der Neubau der heilpädagogischen Tagesstätte am Wäldele in Lindenberg.

Feldgeschworene geehrt

Geehrt wurden außerdem 15 langjährige Feldgeschworene, von denen einer das Ehrenamt bereits 50 Jahre ausübt - Gebhard Hagg aus Hergensweiler. Drei weitere sind in dieser Funktion schon 40 Jahre aktiv: Georg Möschel (Weiler-Simmerberg), Adolf Rapp (Weißensberg) und Hans Stöckeler (Weiler-Simmerberg). Die übrigen Feldgeschworenen bekleiden das Ehrenamt seit 25 Jahren.

Zum Dank dafür bekamen sie nicht nur die Ehrenurkunde des Bayerischen Finanzministers, sondern vom Leiter des Vermessungsamtes Immenstadt, Michael Frommknecht, auch noch ein großformatiges Luftbild ihres Besitzes sowie einen Auszug aus dem Liegenschaftskataster überreicht.

Feldgeschworene wirken in Bayern bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen mit. Im Landkreis Lindau sind derzeit 164 Feldgeschworene vereidigt, die für die «Sicherung von Eigentum» sorgen, so der Landrat.

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