Vorbild in der Gesellschaft sein

Marktoberdorf (af). Es gibt Präsente, die haben sich die Beschenkten wahrlich verdient. So war es auch am Samstag, als Bürgermeister Werner Himmer die erfolgreichsten Sportler Marktoberdorfs ins Rampenlicht stellte und auszeichnete. Da hatten die Aktiven erstaunliche Leistungen manchmal auch auf internationaler Ebene vollbracht. Annähernd 160 Personen waren es diesmal, die für einen wahren Goldrausch gesorgt hatten.

Alle zwei Jahre ehrt die Stadt diejenigen Sportler, die mindestens einen dritten Platz auf schwäbischer Ebene erreicht haben. Aber das war für überwiegend jungen Menschen, die den Rathaussaal bevölkerten, eigentlich nur eine Medaille von vielen. Die meisten von ihnen waren wesentlich besser. Dessen war sich der Bürgermeister durchaus bewusst, sprach er doch nicht ohne Grund davon, dass Spitzensportler wie diejenigen, die da vor ihm saßen, 'in unserer Gesellschaft zu Vorbildern geworden sind'. Dabei zitierte er den früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, der so treffend beschrieben hat: 'Wir leben in einer Zeit, in der die Gefahr besteht, dass manche schon das Klicken mit dem Zeigefinger auf der Tastatur des Computers oder der Fernbedienung für die lebhafteste Bewegung halten.'

Dabei, so Himmer, könnten junge Menschen gerade im Sport erste Erfolgserlebnisse sammeln und Spaß an einem Hobby gewinnen, mit dem sie ihr Leben lang ihre Freizeit sinnvoll ausfüllen können. Schließlich biete das auch einen Ausgleich zum heute allzu hektischen Treiben. Sport verbinde. Das habe nicht zuletzt die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland eindrucksvoll untermauert.

In Marktoberdorf werde eine breite Palette von Sportarten betrieben, sagte das Stadtoberhaupt, vom Mutter-Kind-Turnen bis hin zum Seniorensport. Über manche Leistung musste sogar er staunen. '397 von 400 Ringen: Wie schafft ihr das, so ruhig zu bleiben? Trinkt ihr vorher eine Halbe Bier?' 'Lieber nicht', antwortete ihm Michaela Heiland von den Magnusschützen Leuterschach, die dieses Spitzenergebnis mit dem Luftgewehr erzielt hatte.

Interessantes und Ungewöhnliches

Nicht nur er erfuhr an diesem Nachmittag viel Interessantes über manch ungewöhnliche Sportart. Orientierungstauchen war so ein Beispiel. Das, so erklärte der mehrfache bayerischen Meister im Flossenschwimmen, Andreas Czechowski, 'spielt sich alles unter Wasser mit einem Kompass ab.' Schwer vorzustellen für einen Laien, der schon zu Lande trotz Navigationssystem im Auto manchmal die Orientierung verliert, aber es funktioniert offensichtlich.

Staunen ließ auch der Skate Club Allgäu, als Vorsitzender Frank Kopp einen seiner Aktiven mit den Worten beschrieb: 'Das ist unser Verrückter. Der fährt mit Tempo 100 den Berg runter.' Inline Downhill nennt sich das dann.

Dank für persönlichen Einsatz

Dass die Stadt so viele Sportler ehren könne, sei in erster Linie ein Verdienst der Verein als 'wichtigster Träger sportlicher Aktivitäten' und nicht zuletzt der Trainer, Abteilungsleiter und Vereinsvorsitzenden. Dies geschehe meist unentgeltlich in der Freizeit. 'Durch ihren persönlichen Einsatz konnten sich die erfolgreichen Mannschaften aufbauen und Sportler weiterentwickeln, auf deren Leistungen sie und wir alle stolz sein können.'

Und wer weiß, vielleicht gibt es bald einmal wieder einen Weltmeister auszuzeichnen, so wie es in der Vergangenheit schon geschehen ist. Da passte es denn auch, dass einige Jugendliche - zumindest recht dezent - das Lied des Jahres der Sportfreunde Stiller anstimmten: '54, 74, 90, 2010, ja da stimmen wir alle ein, mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein.' Damit sich die Sportler bis dahin nicht verkühlen, überreichte Sportreferent Markus Singer gemeinsam mit Katharina Huber und Barbara Heim einen Schal und zum Führen des Sporttagebuchs einen dicken Stift.

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