Vorbild für ganze Generationen

Von Gerlinde Schubert | Marktoberdorf/Obergünzburg Schon viele Preise nahm Arthur Groß entgegen. Und dennoch schien der Kulturpreis der Obergünzburger Rupert-Gabler-Stiftung ihn besonders zu rühren. Für seine Verdienste um das Chorwesen bekam er ihn am Samstag verliehen.

Im Kreis seiner großen Marktoberdorfer Chorfamilie, aber auch von Vertretern aus Politik, Kultur und Wirtschaft, beleuchtete Laudator Wilhelm Mooser im Richard-Wengenmeier-Saal schlaglichtartig das weitreichende Wirken von Arthur Groß (wir berichteten). Zu vergeben hatte die Gabler-Stiftung auch einen Förderpreis, der an die Duracher Künstlerin Annemarie Augsten ging.

In seiner Lobrede auf Arthur Groß fand Wilhelm Mooser sehr persönliche Worte. Er gehörte selbst zu den Marktoberdorfer Generationen, die Groß im Jugendchor Ostallgäu und im Carl Orff Chor prägte, den er bis 1993 leitete. Er beschrieb den 72-Jährigen als charismatischen Musiker und Pädagogen, der Groß auch als Musiklehrer am Gymnasium war.

Mooser spürte dem Geheimnis dieses Erfolges nach: Groß habe es mit seiner großartigen Ausstrahlung verstanden zu motivieren. Jeder habe auch seinen Humor geschätzt, den der Redner mit einigen Anekdoten belegte. Von 1963 bis 1999 haben Groß und seine Frau Sibylle 36 Konzertreisen mit den Chören unternommen, die immer in den Ferien stattfanden. 'Ein kaum vorstellbares Engagement', wie Mooser, heute stellvertretender Leiter des Gymnasiums, meinte. Er bezeichnete Groß als Vorbild für ganze Generationen.

'Die Flamme weitertragen'

Er erinnerte weiter an wichtige Preise und Stationen. Besonders hob er die deutsch-israelische Begegnung hervor, mit der Groß und Henry Klausner/Israel mit Hilfe der Musik Brücken bauten. Er erinnerte aber auch an weitere Weggefährten, wie den Landtagsabgeordneten Richard Wengenmeier, auf dessen Unterstützung die Kulturstadt Marktoberdorf immer bauen konnte. Mooser beschrieb weiter die Begegnung mit dem Komponisten Carl Orff, dessen Witwe dem Marktoberdorfer Kammerchor 1983 Orffs Namen verlieh.

In seinem Grußwort würdigte auch Bürgermeister Werner Himmer die Verdienste Groß', der mit seinem Chören den Namen Marktoberdorf in die Welt trug. Im Namen des Bayerischen Musikrates und des Chorverbands Bayerisch-Schwaben sprach der Leiter der Bayerischen Musikakademie, Jürgen Schwarz. Er wie auch der künstlerische Akademie-Leiter Karl Zepnik sind ebenfalls Chor-Schüler von Groß, 'der uns mit dem Virus Chorgesang infiziert hat.' Schwarz beteuerte: 'In uns brennt das Chorfeuer, und wir werden alles dafür tun, diese Flamme weiterzutragen.'

Für den Antrieb gesorgt

'Ich war vielleicht der Motor - Ihr habt für den Antrieb gesorgt', zeigte sich Arthur Groß in seiner Ansprache den insgesamt über 1000 Sängern seiner Chöre dankbar. Wie sehr Gesang die Zuhörer im Herzen zu treffen vermag, habe er insbesondere vor 25 Jahren in Jerusalem erfahren, als der Groß'sche Chor als erster deutscher Chor beim jüdischen Totengebet, dem 'Kaddisch', beteiligt sein durfte. Sein Dank galt der Stiftung für den Preis, aber auch seiner Frau, der Stadt Marktoberdorf und dem Gymnasium, die sein Engagement für den Chorgesang stets unterstützt hätten.

Stefan Gabler, Vorsitzender der Rupert-Gabler-Stiftung, forderte in seiner Begrüßung dazu auf, den Bildungsauftrag nicht dem Diktat des Sparens unterzuordnen. Gerade die regionale Kultur bedürfe der Unterstützung.

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