Vor allem Ältere sind verunsichert

Kaufbeuren | mab | Das deutsche Gesundheitswesen ist ein für Laien kaum überschaubarer Bereich, der auch noch ständigen Neuerungen unterworfen ist. Zum Jahreswechsel wurden nun neue Rabattregelungen zwischen den Arzneimittelherstellern und den Krankenkassen gültig, mit der Folge, dass so mancher Patient ein Präparat seines Medikamentes von einer ganz anderen Firma bekommt. 'Vor allem unsere älteren Kunden tun sich mit dieser Umstellung sehr schwer', betont Erich Degenhardt, Sprecher der Kaufbeurer Apotheker. 'Täglich werden wir mit diesem Problem konfrontiert. Zudem haben wir die Befürchtung, dass die neue Regelung möglicherweise dazu führt, dass Mittel falsch oder sogar gar nicht eingenommen werden.'

Was war passiert? Bereits im April 2007 wurden die ersten so genannten Rabattverträge geschlossen. Ein Beispiel: Wenn ein zuckerkranker Patient bis dato das Mittel Metformin, das von einer bestimmten Firma hergestellt wurde, unter dem Handelsnamen Glucophage verschrieben bekam, so waren die Apotheken von da an angehalten, das gleiche Mittel von einer anderen, günstigeren Firma auszugeben. Das Mittel hieß dann Metformin Biono. 'Mit Mühe und Not haben wir in den vergangenen Monaten die Kunden nun auf das neue Mittel umgestellt.' Doch seit dem 1. Januar gelten wieder neue Rabattverträge. Nun darf teils wieder Glukophage verschrieben werden - je nach Liste. Denn: Jede Krankenkasse hat auch noch ihre eigene Rabattregelung mit den Herstellern ausgemacht. 'Ziel ist für die Kassen natürlich, dass jeweils möglichst günstige Medikamente ausgegeben werden.' Abseits des psychologischen Problems für viele ältere Kunden können für Degenhardt noch pharmazeutisch-medizinische Gründe gegen dieses Wechsel-Spiel sprechen. Auch wenn die Mittel den jeweils gleichen Wirkstoff beinhalten, können sie unterschiedliche Bioverfügbarkeiten haben (siehe Wortweiser) - mit der Folge, dass sie in manchen, wenn auch sehr wenigen Fällen unterschiedlich stark wirken.

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