Marktoberdorf
Vor allem Ältere freuen sich über den Stadtbus

Etwas bequemer ist er, die große Schiebetür lässt sich leichter öffnen und schließen, und auch eine Einstieghilfe besitzt er. Kurzum: Der neue Marktoberdorfer Stadtbus soll seinen Fahrgästen etwas mehr Komfort bieten und ihn damit noch attraktiver machen. Dabei ist der Stadtbus nach wie vor ein Erfolgsmodell. 6630 Personen nutzten ihn im vergangenen Jahr, knapp 500 mehr als 2008.

Auch optisch kommt der neue Stadtbus nun etwas anders an die Haltestellen gerollt. Denn ihn ziert nicht nur das neue Logo der Stadt, sondern an den Türen auch das Symbol des Sponsors, des Marktoberdorfer Rotary Clubs. 3000 Euro steuerte er zum Kauf des zwei Jahre alten Fahrzeugs bei, nachdem der alte Kleinbus in einen Unfall verwickelt war und deshalb gleich ausgetauscht wurde.

Erlös aus «MIR»-Tombola

«Wir unterstützen den Stadtbus gern. Es ist etwas Längerfristiges und passt gut in unser Konzept», begründet Rotary-Präsident Norbert Kees das Engagement. Das Geld soll über die Tombola bei der Messe «MIR» in Marktoberdorf wieder erwirtschaftet werden.

Dabei sei er eigentlich sehr skeptisch gewesen, als er von der Idee des Stadtbusses, der von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert wird, gehört hatte. «Das kann nicht gehen, dachte ich. Jetzt bin ich eines besseren belehrt worden», sagt Kees.

Mit ihm freuen sich Bürgermeister Werner Himmer und Peter Barnsteiner, der im Rathaus auch für den Stadtbus zuständig ist. Mit 6630 Passagieren hat der Service sein drittbestes Ergebnis eingefahren. Im August nutzten wegen der Ferien und des schönen Wetters nur 458 Personen das Angebot, die Spitze war im März mit 662.

Der fünfsitzige Stadtbus nimmt die Fahrgäste auf Spendenbasis mit. Im Schnitt gab jeder im vergangenen Jahr 60 Cent pro Tour. Damit sind die Pro-Kopf-Einnahmen seit Anbeginn relativ konstant. Es zeigt sich, dass im Mai mit 50 Cent pro Person das Aufkommen am unteren Ende war, die Gäste sich dann aber im Dezember - Weihnachten stand vor der Tür - mit 74 Cent großzügiger zeigten.

In der Hauptsache seien es ältere Frauen, aber auch Gehbehinderte, die im Stadtbus mitfahren, weiß Dr. Michael Pahl zu berichten. Er chauffiert das Gefährt und schuf als Rotarier den Kontakt zum Serviceclub, der dann für die Finanzspritze sorgte. Sie seien dann meist auf dem Weg zum Arzt, ins Krankenhaus, zur Bank oder zum Einkauf. «Viele sind Stammgäste», sagt er.

Die Rotarier sind nicht die einzigen, die die Stadtbusaktion unterstützen. Beteiligt sind daran auch die örtlichen Gastronomen, die die Fahrer als Dank einmal im Jahr zum Essen einladen.

Derzeit verfügt Barnsteiner über genug Ehrenamtliche. Trotzdem seien weitere Kandidaten willkommen, die bei Engpässen in die Bresche springen können. Ein Fahrer fand auf einem etwas ungewöhnlichem Weg ans Steuer des Busses. Er hatte als Neubürger ein persönliches Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht. Der wiederum schlug ihm dabei vor, sich für den Stadtbus zu engagieren. Gesagt, getan: Seit kurzem gehört er zum Kreis der Fahrer. «Auch so kann man sich integrieren», lobt Himmer.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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