Vor 50 Jahren zum Priester geweiht

Wangen/Rom (mic). Walter Kasper ist Kardinal und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Nach dem Papst ist er ranghöchster Deutscher im Vatikan. Jetzt wird der hohe kirchliche Würdenträger für einige Tage in seine Heimatgemeinde zurückkehren: Am Sonntag, 15. April, feiert er in der Stadtpfarrkirche St. Martin das Goldene Priesterjubiläum.

Es war der Ostermontag 1957, als Pfarrer Kasper seine erste Heilige Messe feiern durfte - und zwar in St. Martin in Wangen. Wenige Tage zuvor, am 6. April 1957, hatte ihn Bischof Carl Joseph Leiprecht im Dom zu Rottenburg zum Priester geweiht.

Geboren wurde Kasper zwar am 5. März 1933 in Heidenheim, doch lebten schon Urgroßvater, Großvater und Vater in Wangen und so zieht es ihn immer wieder - bis heute - ins Allgäu. Seine Schulzeit verbrachte er in Göppingen, Wangen und Ehingen. 1952 machte Kasper das Abitur, anschließend studierte er in Tübingen sowie München katholische Theologie und Philosophie. 1956 schloss er sein Studium ab, ein Jahr später folgte die Priesterweihe. 1961 promovierte Kasper mit einer Arbeit über die Lehre von der Tradition in der Römischen Schule, 1964 habilitierte er dann mit einer Arbeit über Philosophie und Theologie der Geschichte in der Spätphilosophie Schellings.

Noch im selben Jahr bot die Universität Münster dem Geistlichen eine Professur an. Mit seiner Richtigstellung 'Der Papst steht nicht über der Bibel, sondern wir stehen alle unter dem Wort Gottes', räumte Kasper Vorurteile gegenüber der römischen Kirche aus. Von Beginn an gilt er zudem als ein Mann der Ökumene.

Ab 1970 lehrte Kasper Dogmatik in Tübingen. Der bescheiden auftretende Geistliche verfasste zahlreiche bedeutende Schriften und wurde zum Theologen von Weltruf. Zahlreiche Ehrendoktorwürden und internationale Auszeichnungen zeugen davon. Als Berater und Mitglied der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz wurde er Hauptautor des ersten Bandes des Katholischen Erwachsenenkatechismus.

Am 4. April 1989 schließlich wurde er zum Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart gewählt, zwei Wochen später von Papst Johannes Paul II. ernannt und im Juni in Rottenburg zum Bischof geweiht. Kaspers Wahlspruch lautet 'Veritatem in caritate' (Wahrheit in Liebe). Bischof Kasper war Vorsitzender der Kommission Weltkirche und Stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Im März 1999 ernannte Papst Johannes Paul II. Bischof Kasper zum Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Kasper ging nach Rom, wo ihn der Papst 2001 zum Kardinal erhob und zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ernannte. Benedikt XVI. bestätigte Kardinal Kasper im April 2005 in diesem Amt. Kasper ist Mitglied der Glaubenskongregation, der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, der Apostolischen Signatur, des Päpstlichen Rates für die Auslegung der Gesetzestexte und des Päpstlichen Rates für die Kultur.

Zur Theologie und dem Lebenswerk des Kardinals gehören die ökumenische Idee der Einheit in der Vielfalt. die Einheit der Christen auf dem Gebiet des diakonischen und sozialen Engagements, eine ökumenische Spiritualität sowie die Verbindung von Kirche, Theologie und Spiritualität.

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