Special Hochzeit SPECIAL

Blonhofen
Vor 50 Jahren war das ganze Dorf auf den Beinen

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Ihren ersten Tanz wagten Josef und Josefine Pitzal auf dem Jakobimarkt in Blonhofen. Seine Motorradausflüge führten den gebürtigen Birnbaumhofener (Kreis Iglau in Mähren) von da an immer öfter in den Ort. Als das Paar am 1. Juni 1959 - vor mittlerweile 50 Jahren - vor den Traualtar zog, war das gesamte Dorf auf den Beinen. Wie zur damaligen Zeit üblich, feierten sie eine Bilderbuch-Bauernhochzeit.

Im Tross mit der Blasmusik ging damals der Festumzug zu Fuß zur Kirche nach Aufkirch. Ebenso zur Tradition gehörte das «Sach aluaga», wie beide erklären. Eine Bekannte führte alle Interessierten im künftigen Heim des Brautpaares durch sämtliche Räume, um den Hausstand zu präsentieren. «Da kam damals das ganze Dorf», weiß Josefine Pitzal über die alte Hochzeitssitte. «Wir hatten gerade ein Bad im Haus eingebaut», umschreibt sie eine der Attraktionen zur damaligen Zeit.

Für den Beruf bestimmt

Seinen Beruf hat sich das Paar nicht ausgesucht - eher umgekehrt. Josef Pitzal landete nach der Vertreibung mit zwölf Jahren als Hirtenbub in Friesenried. Seine Frau Josefine war die einzige Tochter auf einem Bauernhof in Blonhofens Ortsmitte. Dieser vorgegebene Berufsweg wurde zur Passion für beide.

Auch wenn sie durch die Verantwortung für die Tiere lange Zeit auf Urlaube verzichten mussten. «Unsere erste Reise haben wir zur Silbernen Hochzeit gemacht.» Damals waren die beiden Söhne und die zwei Töchter alt genug, die Ruder auf dem Hof zeitweise zu übernehmen. «Vermisst haben wir aber auch ohne Reisen nichts», fügt Josef Pitzal rasch an. Denn beide Eheleute hingen mit Leib und Seele an ihrem Beruf. Bis zu 65 Rinder belebten die Stallungen. Besonders die Zucht wurde zum Steckenpferd des Landwirts. Viele Auszeichnungen zeugen von seinen Erfolgen. Hatte Josef Pitzal im Stall und auf dem Feld das Sagen, gehörten Haus und Garten zum Refugium seiner Frau. «Sie ist eine gute Köchin und Bäckerin», schwärmt ihre Tochter Magda.

Keine Ruhe im Ruhestand

Seit die Eheleute ihren Hof 1994 aufgegeben haben, ist von beschaulichem Ruhestand noch nichts zu spüren. «Da begann der Unruhestand», so Josef Pitzal schmunzelnd. «Er kanns nicht lassen», erklärt seine Frau. Liebend gerne springt der 74-Jährige bei den Nachbarn ein: Mähen, Einführen und im Wald durchforsten. Doch auch Josefine Pitzal kann nach 23 Jahren als Ortsbäuerin und 13 Jahren als Mesnerin nicht untätig herumsitzen. Noch heute kümmert sich die 79-Jährige liebevoll um den Blumenschmuck in der Kirche, der immer noch aus dem eigenen Bauerngarten stammt. An einem Strang zieht das Ehepaar auch für den örtlichen Seniorenkreis, für den sie regelmäßig Ausflüge und Treffen organisieren.

Ganz besondere Freude kommt jedoch auf, wenn sich die sechs Enkel zum Besuch anmelden. Denn trotz all der Arbeit spielt das Familienleben bei den Pitzals noch heute die Hauptrolle.

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