Erziehung
Voneinander lernen schon im Kindergarten

Marktoberdorf-Bertoldshofen Im Kindergarten geht der vierjährige Bent Janosch zielstrebig zum Maltisch, an dem gerade mit Wasserfarben gemalt wird. «Warte ein bisschen, ich hole dein Wasser», sagt Erzieherin Jeanette Wollschläger. Das wurde für ihn vorher extra abgekocht. Als er fertig gemalt hat, desinfiziert er seine Hände im Gruppenraum. Bent hat Mukoviszidose und der Wasserkeim Pseudomonas ist für ihn besonders gefährlich. Deshalb muss jemand, bevor er seine Hände waschen kann, das Wasser im Bad laufen lassen. Im Kindergarten Bertoldshofen wird Bent von der Erzieherin und Integrationskraft Jeanette Wollschläger begleitet. Sie ist als zusätzliche Fachkraft angestellt, um dem Jungen die Teilhabe im Kindergarten zu ermöglichen.

Mit anderen im Regelkindergarten zusammen

Das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) sieht ausdrücklich vor, dass Kinder mit chronischen Erkrankungen, mit Entwicklungs- oder Verhaltensauffälligkeiten oder sogar mit Behinderungen in einen Regelkindergarten integriert werden. Ziel der Bemühungen ist es, dass alle Kinder entsprechend ihren Möglichkeiten ein weitgehend normales Leben führen können. Dabei ist Integration bzw. Inklusion im Kindergarten keine einseitige Angelegenheit, denn der Lern- und Spielalltag und das Gruppenleben selbst sind so strukturiert, dass die Kinder miteinander und voneinander lernen.

«Wir können in unserer Arbeit stärker auf die unterschiedlichen Bildungsbedürfnisse der Kinder eingehen und bei den Angeboten stärker differenzieren. Auch von den speziellen Angeboten, wie einer Psychomotorikgruppe, partizipieren alle Kinder» sagt Kindergartenleiterin Irene Rohrsetzer, die auch eine Ausbildung zur Motopädin hat. Weil Bent vom Wasser krank werden kann, muss die Tür zum Bad im Kindergarten immer geschlossen sein. Die Kinder wissen bescheid und achten darauf. Sie übernehmen damit Verantwortung, verhalten sich umsichtig und hilfsbereit.

Auch die Eltern sind sehr engagiert. Weil Bent auf gesunde Spielpartner angewiesen ist, lassen die Eltern ihre Kinder Zuhause, wenn sie einmal gesundheitlich angeschlagen sind. «Dies ist von den Eltern sehr rücksichtsvoll», weiß Jeanette Wollschläger, denn es ist gerade für berufstätige Eltern oftmals mit organisatorischem Aufwand verbunden. Und auch beim Elternabend brachten die Eltern weitere Ideen ein, wie Bent über den Kindergarten hinaus Kontakt zu ihren Kindern haben kann. Das Personal des Kindergartens wird vom Integrationsfachdienst der Frühförderung Marktoberdorf beraten. Die Sozialpädagogin Christine Monzner-Marxer bietet hierzu den Kindergärten der Stadt Marktoberdorf Einzelberatungen und Arbeitskreise an.

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