Fischen
Von stacheligen Gesellen und Habichten, die Hennen holen

Wie viele Stacheln hat der Igel? Die Schätzungen der Fischinger Drittklässler reichen von 1000 bis zu einer stolzen Million. «So viele sind es dann doch nicht», löst Manfred Werne das Rätsel. «Aber mit 3000 bis 4000 Stacheln liegt ihr goldrichtig.» Manfred Werne ist Jäger und hat an diesem Vormittag im «Wildmobil» bei den «Allgäuer Jägertagen» in Fischen die Aufgabe, Schulkindern anhand von Tierpräparaten die heimischen Vogel- und Wildarten vorzustellen. Am besten geht das mit Anfassen, Wiegen und Streicheln. Also bekommt Adrian kurzum den Igel in die Hand und darf dem stachligen Gesellen vorsichtig übers Fell fahren.

Die Kinder wissen viel, erzählen dem Jäger ihre Erlebnisse von Habichten, die die Hennen holen, und einer Eule, die «den Kopf fast ganz rumdrehen kann». Manfred Werne ergänzt die munteren Beiträge, erklärt den Kindern, dass die Federn an den Füßen das Schneehuhn vor dem Einsinken schützen und wie emsig das Leben in einem Ameisenhaufen ist. Jägern gehe es nicht nur ums Schießen, sondern sie wüssten auch viel über die Natur, über Landschaften und das Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen, erläutert Christa Rodenkirchen den Schülern auf dem Moorlehrpfad. Dass «Moor» nicht gleichzusetzen ist mit «Matsch», wie Raffael spontan in die Runde wirft, lernen die Kinder schnell an den einzelnen Stationen. Hier wird die Entstehung, wirtschaftliche Nutzung und ökologische Bedeutung der Moore veranschaulicht.

Dann ziehen die Kinder weiter ins «Biotop». Hier lugen nicht nur Fuchs und Dachs aus dem Unterholz. Auch sorgen munteres Frühlingsvogelgezwitscher und das Hämmern des Spechts für Verwirrung. «Aha, das kommt aus dem Lautsprecher», stellt Daniel fest, ehe er sich einen Fragebogen geben lässt und das erworbene Wissen zu einem Lösungswort zusammensetzt.

Auch der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Oberallgäu, Ekkehard Voigt, freut sich über den gelungenen Auftakt der Allgäuer Jägertage, die erstmals mit Beteiligung der Kreisjagdverbände von Lindau, Marktoberdorf, Füssen, Memmingen und Kempten sowie den Fischern und Anglern stattfinden.

Die Schüler über den Ökokreislauf zu informieren, sie zu lehren, Grenzen zu respektieren und sich entsprechend in der Natur zu verhalten, sei das Anliegen am «Tag der Schulen» gewesen. Gelernt haben die Fischinger Schulklassen jede Menge. Aber am besten gefallen hat ihnen, dass Jagdhund Ika nicht nur abgeworfene Geweihenden, sondern auch verlorene Schlüsselbunde apportiert.

DieJägertage mit Hegeschau dauern noch bis zum Sonntag. Programm unter

www.jagd-oberallgäu.de

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen