Marktoberdorf / Ostallgäu
Von Hexen, Wikingern und engen Paillettenkleidern

Was solls denn heuer sein? Der Wikinger oder der Cowboy? Die Griechin oder die Prinzessin? Während viele Ostallgäuer noch überlegen, welche Identität sie sich in der Faschingszeit zulegen, weiß Melanie Gredigk genau, was sie will: «Zum Weiberfasching geh ich entweder als Spinne oder als Hexe», verrät die Mutter aus Ebenhofen. Ihre Tochter Sarah (5) - bis zum Vorjahr noch eingefleischter Prinzessinnen-Fan - will sich diesen Fasching erstmals als Hexe versuchen. Bruder Lukas (8) bevorzugt dagegen den Piraten.

«Kinder wollen mittlerweile immer früher das anziehen, was die Erwachsenen tragen - eben nichts Kindliches, sondern eher was Lässiges», weiß Helga Franz vom Spielwarengeschäft Härtle in Marktoberdorf, das auch Faschingskostüme anbietet. Der Jugendliche hingegen steht heuer laut der Geschäftsführerin besonders auf witzige Tierkostüme, vor allem die Jungs: Bei ihnen gefragt seien beispielsweise der Frosch, der Hase, der Bär, der Löwe oder das Zebra. Bei jungen Frauen voll im Trend läge «alles, was kurz und knapp ist»: Hautenge Paillettenkleider sowie kurze Gothik- oder Marquisenkostüme gehen sehr häufig über Franz Ladentisch. Bei Mädchen gefragt seien auch Klassiker, wie das Schneewittchen oder die Erdbeere.

Ebenso klassisch will es heuer der Erwachsene, ist Franz aufgefallen: «Männer wollen besonders gerne Wikinger, Römer, Eskimos oder Pharaonen sein.» Allerdings werde das starke Geschlecht immer mutiger, was Perücken angeht: Inzwischen gebe es Exemplare, die wie lässige Frisuren von angeblichen Stars aussehen. Dazu eine große knallige Brille oder das Gebiss und den Schnauzer von Kanzleramts-Anwärter Horst Schlämmer - und fertig sei der Schuft.

Und was zieht die Faschings-Frau von heute an? «Sie legt viel Wert auf Ausgefallenes oder alles, was glitzert», sagt Franz. Da seien beispielweise Retro-Kleider, Pailletten-Hüte oder selbige Krawatten sowie extravagante Cowgirl-Hüte gefragt. Seit Jahren in Mode seien «richtig verrückte Perücken mit Brillen».

Das weibliche Geschlecht mag es aber auch gerne klassisch: «Einige bevorzugen die Römerin, die Griechin oder die Marquise.»

Ausgefallenes für die Frauen

Etwas sehr Ausgefallenes hat Susi Wachtel im Auge: «Ich will heuer als Schaf gehen, in dem Kostüm ists einem nicht so kalt», findet die 22-Jährige. Das wollen auch ihre beiden Freundinnen beim Weiberfasching und auf dem Umzug anziehen - «wobei eine von uns noch das schwarze Schaf machen müsse», so die Marktoberdorferin.

Generell gebe es heuer bei Narren, die sich in Gruppen zusammentun, kein festes Thema, hat Manuela Hörig von Glaeser Textil beobachtet - dort stehen Stoffe für Faschingskostüme im Angebot. Manche würden sich als Eisbären verkleiden; die Nachfrage sei sonst aber «bunt gemischt», so Hörig.

Mehr zum Thema Fasching im Allgäu unter www.all-in.de/fasching

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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