Special Ostern ÜBERSICHT

Kempten
Von Gottes Wunder und dem Loslassen

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Volle Gotteshäuser an den Feiertagen, eine gut besuchte Innenstadt vor den Festtagen und traditionelles Ostereiersuchen am Ostermontag in Thingers - diese Eindrücke bleiben nach den Feiertagen in Stadt und Land vom Fest der Auferstehung Jesu.

Themen rund um das höchste Fest in den beiden großen Kirchen wurden in den unterschiedlichsten Aspekten in den Gotteshäusern an die Gläubigen weitergegeben: so beispielsweise von «Ostern, als einem Fest des Loslassens» in der katholischen Franziskus-Gemeinde im Kemptener Westen oder vom «Wunder der Auferstehung» in der evangelisch-lutherischen St.-Mang-Kirche. Fast alle Gotteshäuser in Stadt und Land waren an den Festtagen voll besetzt.

Keinen freien Platz gab es in der Stadt beispielsweise in der Franziskus-Kirche in Steufzgen bei der Osternachtsfeier. Gestaltet vom Arbeitskreis «Mittendrin», einem Team junger Christen über 30 Jahre, ging es dort um das Thema Loslassen.

«Ich darf festgefahrene Wege verlassen, ich darf mich und andere sein lassen, ich darf meine Gefühle zulassen, ich darf das Alte zurücklassen, ich darf loslassen» - rund um diese Worte gestalteten Corona Hilger, Cristina Dobberstein, Johannes Thienel, Christina Danner, Barbara Danner-Fackler und Ralf Eger eine Osternachtsfeier (musikalisch begleitet von der Franziskus-Band) , die vor allem viele Familien und junge Gläubige in ihren Bann zog.

«Mut für den Neubeginn»

Doch warum Ostern als Fest des Loslassens? Weil Ostern mit dem Loslassen des irdischen Bildes von Jesus ermöglicht, das Neue zu sehen. Das wiederum lasse sich auf alltägliche Situationen umsetzen. Denn Loslassen bedeute auch gelassener zu werden, im Vertrauen auf Gott das Leben anzugehen, Neues zuzulassen, ohne Trauer wegzuschieben.

«Loslassen braucht Mut für den Neubeginn».

Unter diesem Aspekt betrachtete Franziskus-Pfarrer Bernhard Ott diesen Gottesdienst als «den schönsten und kostbarsten des Jahres». In der Osternacht gehe es ums Leben, ums Zurücklassen und darum, dass es draußen hell wird, wenn das Dunkel verklingt.

Auch in der evangelisch-lutherischen St.-Mang-Kirche begingen viele Christen die Osternacht mit besinnlichen Texten - und heuer der Taufe eines Kindes. Im Festgottesdienst mit Abendmahl am Sonntag konzentrierte sich Pfarrerin Andrea Krakau auf die Auferstehung.

Sie zitierte Paulus in seinem Brief an die Korinther, in dem er Zeugnis der Auferstehung gibt. Das Kreuz an sich sei nur ein Symbol der Niederlage, der Ohnmacht, des Todes. Erst die Auferstehung lasse die damaligen Ereignisse in Jerusalem in einem anderen Licht erscheinen: «Er ist für uns gestorben.» Paulus habe seine Erfahrungen weitergegeben, als er schrieb, dass die Auferstehung Jeus bezeugt werde, unter anderem von 500 Brüdern, von Jakobus und dann von allen Aposteln. Krakau: «Die Auferstehung lässt sich ja gar nicht beweisen und will auch nicht bewiesen werden. Sie will bezeugt werden.»

«Ein Geheimnis Gottes»

Viele Menschen in unserer Gesellschaft stünden dem christlichen Glauben gegenüber in einer «geistigen Verteidigungshaltung». Denjenigen, die nicht an Jesus glaubten, könne man noch so viel erzählen. «Sie werden es erst verstehen, wenn sie die Begegnung mit dem Auferstandenen in ihrem eigenen Leben erfahren haben. Wenn sie die Worte Gottes also so verstehen, dass man sie gar nicht beweisen muss, sondern bezeugen kann.» Krakau erzählte dann das Gleichnis von den Zwillingen im Mutterleib, die nicht wussten, ob mit der Geburt alles zu Ende sei. Doch dann «überstieg das, was sie sahen, ihre kühnsten Träume». Auch die Auferstehung in der Bibel passe nicht in die Grenzen unseres Verstandes. Sie sei «ein Wunder und ein Geheimnis Gottes, das allen menschlichen Erfahrungen zuwiderläuft.» (be/az)

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