Käse- und Gourmetfest
Von Glühwein, Öl und «Kaasgenuß» beim 11. Käse- und Gourmetfest in Lindenberg

Vier Dutzend Tänzer bewegen sich vor der Bühne im Rhythmus von Rumba und Bolero. Über ihren Köpfen steht leichter Nebel. Trotz der Kälte zaubern die sechs Musiker von Son Pa Ti zum Abschluss des 11. Käse- und Gourmetfestes einen Hauch Karibik in die Stadt.

<< Lindenberg tanzt >>, sagt City-Manager Bernd Matthieu am Rand des Platzes und zieht ein positives Fazit des Festes. << Es ist sehr, sehr gut gelaufen. Vor allem wenn man das Wetter berücksichtigt >>.

Samstag, elf Uhr, eine Stunde nach Eröffnung des Marktes. Christian Moser zieht den schwarzen Hut in die Stirn, Regentropfen perlen von der Krempe. << Nur das Wetter und die Nase läuft >>, sagt der Mitarbeiter der Schweizer Jumi AG. Sieben Grad Celsius hat es, 27 weniger als am späten Freitagnachmittag.

Wenige Besucher verlieren sich auf dem Markt, trotzen der Kälte. Die Wirte haben schnell auf den Temperatursturz reagiert. << Glühwein 2,50 >> steht handgeschrieben am Getränkewagen. << Nachmittags wirds besser >>, ist Herbert Grunert zuversichtlich. << Das Fest ist eine Riesenimagesache für Lindenberg, das ziehen wir durch >>, sagt der Chef des Lindenberger Hofes.

Er soll recht behalten. Der Regen macht eine Pause, der Markt kommt ins Laufen. In der Rathausstraße scharen sich Besucher um den Stand von Silvia und Xaver Dopfer aus Lengenwang. Die beiden Ostallgäuer zeigen, wie << einfach es ist gutes Bioöl herzustellen >>. Aus vier Kilo Samen, kalt und schonend gepresst, wird jeweils ein Liter Öl.

<< Der Rohstoff kommt aus dem Allgäu, wir verarbeiten ihn im Allgäu und verkaufen das Öl hier >>, sagt Xaver Dopfer und spricht von einer << Kreislaufwirtschaft >>. Das Ehepaar ist zum ersten Mal in Lindenberg und wird << zufrieden >> heimfahren. << Ein großer Markt, ein schönes Ambiente, es macht Spaß >>, sagt Silvia Dopfer.

Den hat auch das Ehepaar van Vliet. 800 Kilometer sind die beiden aus den Niederlanden ins Westallgäu gekommen. Über ein halbes Dutzend Spezialitäten aus Rohmilch haben sie an ihrem Stand in kleinen Schalen zum Probieren aufgereiht, Käse mit Kräutern, Zwiebel-Knoblauch, 1000 Tage alter Käse. Alles stammt von der Hofsennerei, den das Paar umtreibt.

45 Kühe liefern den Rohstoff. << Alles ist Natur, ohne Chemie >>, sagt van Vliet. << Kaaserlebnis, Kaasgenuß, Kaasvielfalt >> steht auf seiner Schürze geschrieben - es könnte das Motto für die Käsemeile sein. Übers Geschäft wollen sie nicht klagen. << Wir wollen wiederkommen >>, sagen die van Vliets.

Preis für Rässkäse gesenkt

Kurz vor 18 Uhr. Die Ebratshofer Alphornbläser stimmen noch einmal ihre Instrumente vor dem Stand der Dorfsennerei Böserscheidegg an. Petra Schmid hat dort den Tag über viele Dutzend Probiererle vorbereitet, unzählige Scheiben Käse abgeschnitten. Am späten Nachmittag zieht sie eine positive Bilanz.

<< Wir haben mehr verkauft als im Vorjahr. Und auch da waren wir zufrieden >>, sagt sie. Was besonders gefragt war? << Klassischer Bergkäse, Kräuterkäse und Spezialitäten wie der Bocks-hornkleekäse, den es woanders nicht gibt >> (Schmid). Zweimal musste die Sennerei sogar Fassbutter nachholen.

Einen Steinwurf weiter machen auch Christian Moser und sein Kollege Finä Fuhren mittlerweile ein zufriedenes Gesicht. Eine Belper Knolle um die andere - ein Rohmilchkäse mit Knoblauch und Himalyasalz - ist dort nachmittags über den Tresen gegangen. << Ganz gut ist es gelaufen >>, sagen die beiden.

Auch, wenn sie den Preis für ihren << Rässkäse >> im Tagesverlauf um 20 Cent das Kilo senken mussten. << Das ist wie an der Börse. Heute kostet der Euro einen Franken zehn, morgen einen Franken 40 >> kommentiert Moser die verkaufsfördernde Maßnahme.

Während die Händler zusammenräumen, packen die Musiker von Son Pa Ti ihre Instrumente aus, die ersten Salsafreunde beginnen zu tanzen und ein Hauch Karibik kommt in die Stadt.

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