Allgäu
Von «Emma» und «Esprit» begeistert

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Mit einem Beitrag über die Reiterin Felicia Laqua beenden wir vorerst unsere Serie. Im Herbst sind dann die Wintersportler an der Reihe.

Oberstdorf-Tiefenbach Schon als kleines Kind faszinierten Felicia die Pferde. Dank des Ansporns durch ihre Trainerin Michaela Beck und Annelie Waldmann, die ihr zwei Turnierpferde zur Verfügung stellt, konnte Felicia in den vergangenen Jahren professioneller trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Felicia besucht im nächsten Schuljahr die zehnte Klasse des Gertrud-von-le-Fort-Gymnasiums in Oberstdorf. Der Spagat zwischen Schule und Sport gelingt ihr gut. Ihr fällt die Schule im Moment noch leicht, auch wenn sie das Lernen nicht so innig verfolgt wie das Reiten. Turniere finden vor allem am Wochenende statt.

Oft kommt Felicia erst Sonntag abends um 22 Uhr nach Hause und hat daher keine Zeit mehr zu lernen. Ausfragen am Montagmorgen bleiben ihr deshalb trotzdem nicht erspart. «Ich fühle mich dennoch nicht ungerecht behandelt. Das Gymnasium Oberstdorf ist eine Wintersportschule und keine Reitsportschule. Ich kann verstehen, dass man den Wintersportlern mehr Sonderrechte einräumt als mir», zeigt sich die 15-jährige sehr einsichtig. Wie es um die Zukunft steht, weiß Felicia noch nicht. Sicher ist, dass das Reiten stets Felicias liebstes Hobby bleiben wird. «Ein Pferd merkt es, wenn es dem Menschen schlecht geht. Ich fühle mich auf einem Pferd gleich viel ruhiger und geborgen, wenn es mir nicht gut geht. Ich habe zu «Emma» und «Esprit» eine sehr enge Bindung. Sie wiehern mir immer freudig entgegen, wenn ich den Stall betrete», schwärmt die Pferdeliebhaberin.

Dabei weiß Felicia auch genau, was einen guten Reiter ausmacht. «Man muss einfach merken, wie es dem Pferd geht», sagt das Nachwuchstalent. «Man sollte ein Pferd zu nichts zwingen, wenn es nicht will oder nicht kann», lautet ihr Motto. Wenn ein Pferd sein Maximum erreicht hat, «dann ist das einfach so», Daher lässt sie ihre Tiere die Woche über auch pausieren, wenn am Wochenende ein Turnier ansteht. Die Konzentration, Leistung und Kraft, die die Pferde hierzu benötigen, sollen sie beim Training nicht verbrauchen.

Das Training besteht aus Dressurreiten auf dem Platz, Reiten im Freigelände und generell der Beschäftigung der Pferde. Die Schülerin reitet regelmäßig mit ihren Pferden aus oder spielt gern mit ihnen auf der Wiese.

Dass Felicia das alles sehr gut anpackt, weiß auch ihre Trainerin Michaela Beck: «Felicia ist sehr fleißig. Bei ihr stimmt die Mischung aus Talent und Ehrgeiz. Sie trainiert sehr viel mit den Pferden. Man merkt, dass es ihr Spaß macht». In den professionelleren Bereich des Reitens ist die Gymnasiastin ganz automatisch gerutscht, wie Beck bemerkt hat. Ausschlaggebend war hier aber auch der Kontakt zu Annelie Waldmann. Ohne diese besäße Felicia nämlich nicht die Möglichkeit an einem Turnier teilzunehmen. Annelie Waldmann stellt ihr die beiden Turnierpferde, die nun Felicias Pflegepferde geworden sind.

Was die Zukunft mit sich bringt, weiß die 15-jährige noch nicht so genau. Sicher ist aber, dass sie das Reiten nicht aufgeben und auch noch an zahlreichen Turnieren teilnehmen wird.

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