Von der Straße in die Konzertsäle

Von Klaus-Peter mayr | Wiggensbach/Kempten Am Anfang stand eine Verwechslung. Immer wieder wurde die Wiggensbacherin Inka Kuchler mit Irene Schindele verwechselt, die ebenfalls in dem Oberallgäuer Dorf lebte. Kein Wunder, haben beide doch dunkle, lockige Haare von beachtlicher Länge und auch noch die selbe Augenfarbe: grün-braun. Irgendwann, ungefähr vor sechs Jahren, hat Inka Irene darauf angesprochen.

Dabei kam die Rede nicht nur auf ihr Aussehen, sondern auch auf ihre musikalischen Vorlieben. Beide sangen gerne, beide spielten Gitarre. Und weil sie sich auf Anhieb glänzend verstanden, taten sie zusammen. Das war der Beginn einer Karriere, die nun - vorläufig- in einer aufwändigen CD und einer Tournee durchs ganze Allgäu gipfelt.

Daran dachten die beiden vor sechs Jahren allerdings nicht. Sie wollten erst mal Straßenmusik mit gängigen Rock- und Popsongs machen. Sie stellten sich nicht nur in die Kemptener Fußgängerzone, sondern sangen und spielten auch in Spanien und anderen europäischen Ländern, um die Urlaubskasse aufzubessern.

Kaum hatten sie ein abendfüllendes Programm eingeprobt, gaben sie Konzerte - mit erstaunlicher Resonanz. 'Manchmal konnten wir gar nicht glauben, dass wir so schnell Erfolg haben würden', sagt Irene Schindele. Das Duo nannte sich 'Vivid Curls' - Anspielung auf ihre lockige Haarpracht.

Zwei markante Stimmen

Zwei Stimmen, zwei Gitarren, bisweilen eine Mundharmonika. Diese Mischung kam beim Publikum an. Vor allem der homogene, überhaupt nicht terzenselige, sondern sehr spannende zweistimmige Gesang ist zum Markenzeichen der beiden Frauen geworden. Eingeochst haben sie ihn in stundenlangen Proben im Badezimmer von Inka Kuchlers kleiner Mietwohnung in Kempten, wohin sie inzwischen gezogen war. Außerdem, so glauben sie, sei es ihre Natürlichkeit und Normalität, die vielen Zuhörern gefällt.

Allerdings hatten sie anfangs auch zu kämpfen. Manch ein Veranstalter habe sie belächelt, wenn sie ihre Boxen und Verstärker ins Lokal geschleppt haben. 'Solch ein Auftreten haben sie zwei Frauen nicht zugetraut', sagt Kuchler.

Wie bisweilen der Hunger mit dem Essen kommt, so wollten auch die Vivid Curls mit wachsendem Erfolg musikalisch weiterkommen. Vor zwei Jahren nahmen sie deshalb ein CD-Projekt in Angriff. Dabei besannen sie sich auch auf ihre Wurzeln und schrieben Stücke im Allgäuer Dialekt. 'Sie goaht ihr’n eigna Weag' heißt es beispielsweise fast programmatisch in der Nummer 'Sie sait noi' ('Sie sagt nein').

Nein sagen mussten sie auf diesem Weg auch einmal. Die Zusammenarbeit mit einem Allgäuer Produzenten und Manager klappte nicht so, wie sie sich es vorstellten. Irgendwann hatten sie das Gefühl, nicht mehr sie selbst zu sein. Sie trennten sich von ihm und nahmen die CD-Produktion und das Management in eigene Hände, unterstützt von einer dreiköpfigen Band, mit denen sie nun zusammenarbeiten. 'Eine Weiterentwicklung, die Spaß macht', sagt Inka Kuchler.

Die Präsentation der CD mit dem Titel 'Allgäu' am kommenden Donnerstag im Kornhaus Kempten und eine Tournee mit vielen Stationen im Allgäu soll aber nicht der Endpunkt, sondern Katalysator der Karriere sein. Sowohl die Fremdsprachenlehrerin Irene Schindele (27) als auch die Logopädin Inka Kuchler (30) würden ihre Jobs aufgeben, wenn sie mit ihrer Musik noch mehr Erfolg haben und richtig Geld verdienen würden.

Die CD 'Allgäu' kann unter Telefon 0831/520 95 39 bestellt werden.

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