Ostallgäu
Von der «Dorfstraße» zur Datenautobahn

Dass der Landkreis Ostallgäu bei der Versorgung mit leistungsfähigem Breitband-Internet weit hintendran ist, ist bekannt. Um das so schnell wie möglich zu ändern, hat der Landkreis eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau des Netzes in Auftrag gegeben, die nun von Landrat Johann Fleschhut und Franz Hofmann, Eigentümer der beauftragten Firma HPE, unterzeichnet wurde. An der Studie beteiligen sich 33 von 45 Ostallgäuer Gemeinden. Sie kostet rund 117000 Euro, von denen 77500 Euro vom Freistaat Bayern übernommen werden. Mit der Machbarkeitsstudie sollen Bestand und Bedarf der Breitbandversorgung im Ostallgäu ermittelt werden. «Wir wollen wissen, wo Lücken sind, die geschlossen werden müssen», sagte Fleschhut, der die Versorgung im Landkreis als «Dorfstraße statt Datenautobahn» bezeichnete. Insgesamt sind nur zwölf Kommunen entsprechend versorgt - jene, die sich nicht an der Machbarkeitsstudie beteiligten. Um weiterhin ein attraktiver Landkreis bleiben zu können, müsse man nun so schnell wie möglich handeln, so Fleschhut. «Wir haben einen riesigen Standortnachteil», stellte der Landrat fest. Besonders in den 756 Ortsteilen im Ostallgäu sei die Versorgung mehr als mangelhaft.

«Vernetzung wird Jahre dauern»

Das Ingenieurbüro HPE mit Sitz in Johanniskirchen (Niederbayern) wurde aus sechs Bewerbern ausgewählt, weil es in der Lage ist, auch alternative Möglichkeiten der Verlegung von Glasfasernetzen beispielsweise im Trinkwasser- oder Kanalnetz zu untersuchen. «Maßgabe ist ein strukturiertes und finanzierbares Netz im gesamten Landkreis», erläuterte Franz Hofmann. Mittel- bis langfristig solle die Glasfaser - laut Hofmann ohne technische Nachteile - bis zum Haus eines jeden Ostallgäuers kommen. Allerdings müsse man laut Fleschhut realistisch bleiben: «Die großflächige Vernetzung wird Jahre dauern.»

Gerade deshalb müsse nun möglichst schnell begonnen werden. Der Ausbau kann nach Angaben Hofmanns in etwa sechs Monaten beginnen. Zuvor werden die Daten erfasst und mit bestehenden Netzen abgeglichen. Das dauert rund zwei Monate. Danach könne man Angebote einholen, die dann acht Wochen öffentlich aushängen müssen. «In etwa fünf Monaten haben die Gemeinden dann konkrete Angebote», erläuterte Hofmann. Dann könne der Ausbau beginnen.

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