Kemnat
Von denen, die auszogen, um viel Spaß zu erleben

Schon von Weitem ist lautes Gehämmer zu hören. Kinder rufen sich Anweisungen zu oder fordern mehr Nägel und Bretter. Die Stadtranderholung hat begonnen - und rund 550 Mädchen und Jungen tummeln sich auf dem Gelände unterhalb des Römerturms in Kemnat. Am ersten Tag heißt es für alle Teilnehmer, die Hüttendörfer zusammen zu zimmern.

15 Stück sind es jedes Jahr. Dafür müssen 650 Pfähle in die Erde gerammt und 70 Kubikmeter Holz verbaut werden. Die schweren Arbeiten übernehmen die rund 50 Betreuer, aber auch die Kinder werkeln fleißig. Die zehnjährige Nathalie zum Beispiel, die sich mit dem Hammer abplagt. «Das Aufbauen finde ich ziemlich hart, ich halte heute auch zum ersten Mal einen Hammer in der Hand.» Und als der Nagel sich überhaupt nicht in den Pfahl treiben lassen will, setzt sie einfach weiblichen Charme ein. «Du da, hau mir doch den Nagel mal schnell da rein, bei mir klappt es nicht», spricht sie einen vorbeilaufenden Jungen an und hat natürlich Erfolg. Überhaupt freut sich Nathalie viel mehr auf die große Wasserrutsche und den Badeweiher. Auch das diesjährige Thema hat es der Schülerin angetan.

Heuer dreht sich bei der Stadtranderholung nämlich alles um das Thema Märchen. In seiner Morgenansprache hat der Geschäftsführer des Stadtjugendrings, Michi Böhm, den Kindern daher auch das Märchen von den Riesen erzählt, die am Stadtrand von Kaufbeuren ein riesengroßes Märchenbuch aufgestellt haben, um daraus viele Gestalten und Tiere lebendig werden zu lassen. Um das Märchenland für die Figuren noch größer und schöner zu machen, wurden viele kleine Zwerge zu Hilfe gerufen.

Gebrüder Grimm werden lebendig

Unter dem Motto «Es war - äh - ist einmal» werden die Geschichten der Gebrüder Grimm und von Hans Christian Andersen lebendig. So stehen die Hüttendörfer am sogenannten «Grimm-dich-Pfad» und werden nach einem bestimmten Märchen dekoriert. Ob Aschenputtel, Rumpelstilzchen oder der gestiefelte Kater, vor den Eingängen sind die Erzählungen auf laminierten Karten nachzulesen.

Auch sonst ist das Gelände hinter dem Rosenbogen - der diesjährigen Zeitschleuse - ganz in die Märchenwelt eingetaucht. Das Essensausgabezelt finden die Kinder unter dem Namen «Tischlein deck dich», die Sparkasse ist passender Weise der «Goldesel».

Die drei Freunde Roman (12), Jonas (11) und Jos (11) interessiert das Thema der Freizeitmaßnahme dagegen überhaupt nicht. Ihnen ist egal, dass sie zum Hüttendorf «Die Schneekönigin» gehören und auch verkleiden wollen sie sich nicht. Die Jungs sind einfach nur froh, aus der Stadt rauszukommen und etwas Abstand von Eltern und Geschwistern zu kriegen. «Hier können wir gut chillen (entspannen) und im Weiher baden», erklärt Roman.

Die meiste Zeit verbringen sie aber damit, ihre Hütten zu perfektionieren, das heißt, Garderoben zu fertigen oder Bänke zu zimmern. «Wenn wir damit fertig sind, trinken wir einen zusammen» wirft Jonas ein. «Also natürlich nur Spezi», beeilt sich Jos noch hinzuzufügen. Aber auch die Geländespiele und die Hüttenolympiade mit Tauziehen und Geschicklichkeitstests ziehen die Drei an. Sie genießen die Woche in der Natur und wollen auf jeden Fall nächstes Jahr wiederkommen. Für Roman und Jonas wäre es dann schon das sechste Mal.

Für die zweite Woche sind noch einige Plätze verfügbar. Die Anmeldung ist nur im Internet möglich.

www.sjrkf.de

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