Altusried-Frauenzell
Von Center Parcs Allgäu erhofft sich Altusried Vorteile

Vom «größten touristischen Einzelprojekt Deutschlands» sprach Jan Janssen bei einer Informationsversammlung vor 300 Menschen im Festsaal in Frauenzell. Die geplante Ferienanlage (wir berichteten), so der Entwicklungs-Direktor von Center Parcs Europe, sei «eine Bereicherung für Leutkirch, Altusried, das Allgäu und weit darüber hinaus». 800 Holz-Ferienhäuser sollen seinen Angaben zufolge im ehemaligen, gut 180 Hektar großen Munitionsdepot im Urlauer Tann (davon 17 Prozent auf Altusrieder Flur) entstehen.

Janssen rechnet mit einer Million Übernachtungen pro Jahr und mit der Generierung von 1200 Arbeitsplätzen, davon 800 im Ferienpark und 400 weitere mittelbar in der Region. Bis zu 900 Arbeitsplätze seien allein in der Bauphase berührt. Im Umgriff der Ferienanlage dürfe man mit einer dauerhaften Wertschöpfung von 35 bis 40 Millionen Euro pro Jahr rechnen - und so sieht der Entwicklungs-Direktor durch das «350-Millionen-Euro-Projekt Center Parcs Allgäu ein deutliches Plus für Wirtschaft und Wohlstand in der Region».

Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle zerstreute Bedenken wegen «verkehrstechnischer Belastungen»: Laut einem Verkehrsgutachten kämen 90 Prozent der Gäste über die A 96 und anschließend über die fünf Kilometer lange, durch keinen Ort führende Verbindungsstraße zum Ferienpark.

Wegen der zwei Gäste-Wechseltage pro Woche müsse man mit je 1600 Fahrzeugen rechnen. «Die Alternative mit der Großsägerei Klenk AG hätte jedoch 800 Lastwagen pro Tag bedeutet, die zudem wegen der Autobahngebühr wohl in alle Richtungen ausgeströmt wären. Zudem hätte Klenk 80 Hektar gerodet, während Center Parcs Mischwald-Aufforstungen betreibe und die Ferienhäuser in das bestehende Waldareal integriert», hob Henle hervor. Zudem habe der Ferienpark-Unternehmer den «vollkommenen Rückbau der militärischen Erblast» versprochen.

«Gegen die geplante Großsägerei haben wir viele Bedenken geäußert, die zum Teil auch aufgenommen worden sind», so Altusrieds Bürgermeister Heribert Kammel. «In dieser Sache waren wir aber nur Nachbar, jetzt sind wir von vornherein Partner von Leutkirch.

Und wir werden von dem Projekt viel profitieren - von der Einbindung der Freilichtbühne bis hin zum bevorzugten, jedoch schonenden Ausbau der Infrastruktur», gab sich der Rathauschef überzeugt.

Vom Publikum erhielt Janssen viel Beifall für seine «frühe Informationspolitik». Auf entsprechende Anfragen sagte er, dass die Berücksichtigung von regionalen Produkten zum Konzept von Center Parcs gehöre, dass die nötige Energie vor allem über Solaranlagen und Biomasse, aber nicht aus Windmühlen gewonnen werden solle, dass die Menschen von Leutkirch und Altusried zu Vorzugs-Konditionen gerade auch die Aktiv-Einrichtungen wie die tropischen Badelandschaften nutzen könnten.

Und trotz Europäischer Ausschreibung hätten bei den beiden bisherigen deutschen Center Parks im Norden überwiegend «die pfiffigeren deutschen Bauunternehmer» den Zuschlag erhalten.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen